Spirituelles Abenteuer in Tibet: zwei Männer am Kailash

Der heilige Berg Kailash

Zwei ältere Männer und der Kailash, heiligster Berg der Erde. Sie nehmen die Anstrengung einer Wanderung in der dünnen Luft auf 6.000 Meter Höhe auf sich. Ein spirituelles Abenteuer.

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Muss man verrückt sein, für solch ein Unterfangen? Wer weiß! Dem 59 Jahre alten Verleger Konrad Halbig stellt sich die Frage nicht. Knapp 6.000 Meter in die Höhe will er, den Kailash umrunden, den heiligen Berg im Himalaya. Nur sein Autor, der Schamane Wolf-Dieter Storl, auch er schon im Alter, da andere längst als Pensionäre den Ziergarten hegen, sträubt sich zunächst. „Nee“, sagt er. „Ich bin zu alt dafür und spare es für mein nächstes Leben auf.“ Aber dann erliegt auch er dem Mysterium des Berges: „Gut!“, sagt er. „Tun wir es!“ Und sie brechen auf.

Ausgangspunkt Katmandu – von Göttern begleitet

Es ist kurz vorm Vollmond, und die Götter schicken ihnen Zeichen. Storl sieht Gottheiten: Wotan und seine Raben, Balder (auch Baldur genannt), den Sonnengott, und Heimdal, den Hüter der Regenbogenbrücke. Allesamt gute Zeichen – allesamt für die Pilger zum Kailash.

Am dritten Tag sehen sie das Juwel unter den Bergen. Tags zuvor schon haben  sie einen Blick erhaschen können auf den Mount Everest – kein Vergleich mit der Einzigartigkeit dieses Anblicks! Aber der Kailash lässt sich nicht als Objekt einer Sightseeing-Tour missbrauchen. Er räuspert sich und rumpelt, und seine schiere Einzellage in unwirtlicher Höhe zwingt den Geist zur Demut und zeigt dem Körper seine Grenzen. Die Annäherung wird zu einer strapaziösen Geduldsprobe für den umtriebigen, energiegeladenen Halbig. Doch die Gelassenheit seines Begleiters Storl lehrt ihn loszulassen vom willentlichen Tun …

Wie dieses spirituelle Abenteuer ausgegangen ist, beschreibt der Schamane Storl im Engelmagazin, Ausgabe 5/2011.

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