Sabrina Fox: Im Garten der Gefühle
Ein Spaziergang durch den Garten der Gefühle
Wir sind spirituelle Menschen und sind spirituelle Menschen nicht verständnisvoll? Haben wir uns nicht jahrelang in Geduld geübt und das ist doch bestimmt nur eine Übung in Geduld? Wahrscheinlich wollen wir nur jemanden verändern, und haben wir nicht gelernt, dass wir jeden so lassen sollen, wie er ist?
Wir versuchen, entspannt zu sein, wenn es innerlich in uns knirscht, weil wir glauben, wir müssten alles akzeptieren, was uns diese Freundschaft auf den Beziehungs-Teller legt: Das Drama, die Unzuverlässigkeit, das Getratsche, das Eifersüchtige, das Kleinliche.
Wir haben in unserer Kultur gelernt, dass alte Freundschaften besser sind als neue. Vor kurzem hörte ich im Autoradio, dass man im Alter keine guten Freundschaften mehr machen kann. Und das Alter begann nach dieser Theorie mit 40 Jahren. Ich lachte laut los. 80 Prozent meiner Freundschaften dürfte es also eigentlich nicht geben.
Doch genau diese Freundschaften zeichnen sich durch eine besondere Tiefe aus. Diese Tiefe kommt nicht daher, weil wir uns seit Jahren kennen. Sie kommt daher, weil wir uns seit vielen Leben kennen. Da ist ein klarerer, tieferer Austausch und – vor allen Dingen – ein gemeinsames Ziel: Wir wollen bessere Menschen werden.
Dabei helfen mir besonders meine „neuen“ Freundschaften. Als ich mich mit spirituellen Themen beschäftigte, war ich so begeistert davon, dass es kein anderes Gesprächsthema für mich gab. Ich meditierte und betete, sprach einmal die Woche nicht und wenn ich etwas sagte, sprach ich über Engel.
Meine Freunde beteten auch. Sie beteten, dass diese Phase bald vorbeigehen möge. Gerade in der Anfangszeit habe ich viele meiner damaligen Freunde verloren. Ich geriet kurz in Panik. Um Himmels Willen, werde ich ab jetzt alleine durchs Leben gehen?
Ich bat meine Engel um Hilfe und um neue Freunde. Kurz danach kamen sie auch. Diese Freundschaften waren anders. Sie zeichnen sich durch eines besonders aus: Es gibt zwischen uns keine Schuldgefühle. Sie melden sich eine Weile nicht?
Früher hätte ich befürchtet, dass ich ihnen nicht mehr wichtig bin oder – noch schlimmer – dass ich irgendetwas angestellt hätte. Heute weiß ich, dass sie mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, wie ich mit meinem. Heisst das, dass wir alle alten Freundschaften, die nicht spirituell aktiv sind, abbrechen müssen? Nein, um Himmels Willen. Nicht jede Freundschaft muss alles erfüllen. Das können wir selbst ja auch nicht.
Natürlich sind auch Freundschaften emotional. Doch wir erkennen sehr wohl den Unterschied zwischen emotional und giftig. Und giftig sollte keine unserer Freundschaften sein. Wie würde unser Garten der Beziehungen aussehen, wenn alle unsere Freunde und unsere Familienmitglieder Pflanzen wären?
Würden wir beim kleinen Spaziergang durch Beete und Sträucher dankbar sein? Würden wir uns überall hinsetzen können, ohne dass wir uns plötzlich in einem Dickicht von Brennnesseln wiederfinden? Gibt es Schlingpflanzen, die versuchen, uns bei jedem Schritt zu umgarnen, um uns dann den Lebensraum zu nehmen? Gibt es nur eine schöne Ecke und der Rest ist voll mit giftigem Wildwuchs, der sich ungehemmt im Garten meines Lebens ausbreiten kann?
Werden wir von unserem Garten ernährt oder müssen wir unsere ganze Kraft aufwenden, diesen Garten zu ernähren? Die Seele will jäten. Die Persönlichkeit (das Ego) hadert gelegentlich: „Wir haben uns doch aneinander gewöhnt. Nun gut, sie trägt keine Früchte, sticht und riecht auch nicht besonders gut, aber sie meint es sicher nicht so. Ich bin doch loyal! Da lässt man nicht einfach alte Freunde zurück. Wir haben doch so viele gemeinsame Erinnerungen!“
Vor einer Weile habe ich herausgefunden, dass ich gar nicht so loyal bin, wie ich immer dachte. Mir fiel auf, dass eine ganz wichtige Person davon ausgeschlossen war, von meiner Loyalität zu profitieren: Ich. Als mir das klar wurde, versprach ich mir, auch mir gegenüber loyal zu werden.
Was für ein Unterschied im Lebensgefühl! Nicht jede Pflanze, die nicht mehr in meinen Garten passt, ist giftig. Neues wartet. Doch Neues hat keinen Platz in unserem Garten, wenn er vollgepflanzt mit Erinnerungen ist. Wie in einem Restaurant erst ein Stuhl frei werden muss, damit sich ein neuer Gast setzen kann, so ist es auch in unserem Garten.
Manches braucht Platz. Unsere Seele, unser Herz und ... der Garten unserer Beziehungen. Platz für Neues und Mut zum Jäten.
Engelmagazin
Ausgabe 3/2012
Mai/JuniHier können Sie einzelne Hefte oder ein Abonnement bestellen. Klick genügt …
Termine Deutschland
-
16-05-2012 Bad Meinberg
Großes 20 Jahre Yoga Vidya Festival
-
19-05-2012 Kirchheim am Ries
Seminarstart “Bewusst-Sein im Leben, 2012“ mit Martin Hügle
-
19-05-2012 Darmstadt
Channel werden für die Lichtsprache mit Susanne Hühn
Termine Österreich
-
22-06-2012 Klagenfurth
Vortrag & Seminar „Die Heilung des inneren Kindes“ mit Susanne Hühn
Termine Schweiz
-
31-05-2012 Zürich
Einmaliges Konzert mit "Prem Joshua und Band"

