»Brösel haben« – oder wie funktioniert Spiritualität im Alltag?

Spiritualität bewahren, selbst wenn der Stress überhand nimmt

Man kann noch so tief verwurzelt sein in Spiritualität – manche Tage starten einfach mit Stress und Ärger. Und man beginnt sich zu fragen: Lässt sich Spiritualität im Alltag leben? Ein Bericht aus dem prallen Leben. Von Daniela Hutter.

info

Der Tag fängt schlecht an. Es gibt Streit am Frühstückstisch, eine Diskussion ist ausgeartet. Türen knallen, der Mann hat das Haus verlassen. Und Engelmedium und Autorin Daniela Hutter bleibt alleine zurück am Küchentisch, „mitten in den Bröseln“, wie die Österreicherin zu solchen Situationen sagt. Wie reagiert ein Coach in einer solchen Situation, was macht ein Engelmedium „mitten in den Bröseln“ – wie funktioniert Spiritualität im Alltag? Daniela Hutter schildert einen Weg.

Ein Krach, der wegführt vom Selbst und von der Spiritualität entfernt

Bumm! 6:48 Uhr, nach einem Streit fällt eine Tür ins Schloss. Der Tag bräuchte jetzt einen Reset, einen Neustart. Zurück ins Bett, nochmal von vorne – der Wecker klingelt um 5.15 Uhr und der Tag beginnt neu.

Was ist geschehen? Beim Frühstück habe ich mich verleiten lassen, mit meinem Mann, mit dem ich eine Druckerei führe, ein Gespräch zu beginnen, das meinen Aufgabenbereich, das Personal, betrifft. Ich hatte eine Idee und wollte dafür sein Okay. Er hatte eine andere Meinung, es ergab sich eine Diskussion. Eine jener Diskussionen, bei der die Beteiligten immer lauter werden, man plötzlich vom Thema abweicht, unsachliche Bemerkungen von sich gibt. Ganz von selbst, absolut ungewollt kommt es zu Kränkung, Streit, Worten, die man hinterher bedauert. Bumm! Einer steht auf, verlässt Raum und Haus, geht ins Büro und beginnt seinen Arbeitstag.

Und das passiert mir! Da sitz’ ich nun mit meiner spirituellen Weisheit … mitten in den Bröseln der Frühstückssemmel. Wut, Zorn, Kränkung, Sturheit, Beleidigtsein – all diese Gefühle verselbstständigen sich in mir und legen los, geben Gas.

Sturheit beim Streit aufbrechen, gewohntes Verhalten ändern

6.50 Uhr, der Tag nimmt seinen Lauf. Ich könnte jetzt vom Frühstückstisch aufstehen, die Küche sauber machen, den Tag angehen und eine Stunde später im Büro erscheinen. Könnte mich, in mich gekehrt und wortkarg, an meinen Schreibtisch setzen und ein bis zwei Stunden tun, als wäre nichts geschehen. Nach angemessener Zeit würden wir zu unseren Themen gehen, Meetings abhalten und unsere Aufgaben erledigen. Spätestens beim Mittagessen wäre der Tag einigermaßen auf Schiene.

Ich kenne diese Situationen von früher. Früher, als ich mir noch nicht bewusst war, dass unser Dasein mit all seinen Dramen nur ein Spielfeld ist. Dass Ereignisse dazu dienen, die Persönlichkeit zu entfalten, dass Ereignisse nicht zufällig geschehen, sondern den Zweck erfüllen, damit wir zu einem wahren und freien Selbst finden.

Doch nun sitz ich „mitten in den Bröseln“ und bleib da auch mal, die Küche kann warten. Ich spule den Film in Gedanken nochmals zurück und schau mir an, was da geschehen ist, zunächst aus meiner Warte: Ich hatte eine Idee, empfand sie gut. Sicherheitshalber wollte ich noch ein Okay von meinem Mann abholen, und ehrlich gesagt war da auch die Erwartung von Anerkennung. So hab ich ein Bild, eine Vorstellung erzeugt. Beides hat sich nicht erfüllt, und meine Illusion, die ich mir auferlegt habe, ist geplatzt – so wie ich gerade kurz vor dem Platzen bin mit all meinen Emotionen.

Wechsel der Sichtweise, Ändern der Position

In Gedanken wechsle ich den Platz, setze mich auf den Sessel meines Mannes und fühle mich ein in seine Wahrnehmung während des Frühstücks: Seine Frau trägt eine Idee vor, die so gar nicht seinen Vorstellungen entspricht. Auch er weiß, dass Veränderungen notwendig sind, hat in schlaflosen Nächten darüber gegrübelt und Varianten von Lösungen konzipiert. Die Lösung, die seine Frau präsentiert, kam darin nicht vor.

In Gedanken wechsle ich erneut die Position, ich betrachte das Frühstück von oben – so als würde mein Engel mit mir auf einer Wolke an der Decke sitzen und den beiden Menschen zusehen. Die Frau trägt etwas vor, der Mann gibt eine Antwort, die Frau fühlt sich missverstanden, der Mann gibt eine Antwort, die Frau versteht seine Reaktion nicht, kann seine Meinung nicht teilen und ganz schnell finden sich beide in einem Wortgefecht wieder. Jedes Argument für sich hat Wert, mit Tempo folgt eine Begründung der anderen und wird sofort widerlegt. Die beiden hören sich schon längst nicht mehr zu. 

Jeder ist nur bei sich. Sie haben den Kontakt zueinander verloren. In Gedanken setze ich mich zurück auf meinen Stuhl, fühle der Botschaft aus dem Blickwinkel der Zuschauer nach und erkenne, was mir mein Engel zeigt: Ja, ich war so in meiner Geschichte verhaftet, dass ich nicht mehr wahrnehmen konnte, welchen Hintergrund die Sätze meines Mannes hatten, was die Beweggründe für seine Reaktion waren. Ich gab den Startschuss zur Schlacht.

Auf den Weg der Verzeihung mit Hilfe der Erzengel

Schon spüre ich Erzengel Zadkiel an meiner Seite, er öffnet mich für die Energie von Verzeihung: Es tut mir leid. Das war keine Absicht, ich war nicht mehr bei mir. Und da ist auch Erzengel Chamuel, Engel der Liebe. Ich fühle seine Energie und wie er mich und meinen Mann einhüllt und uns die Zuneigung und Verbundenheit spüren lässt.

Und wie ich da so sitze, mitten in meinen Bröseln, merke ich, dass die Anspannung aus meinem Körper weicht und ich loslassen kann vom Ärger, der sich in mir aufgestaut hatte. Ich fühle, wie ich den Ärger über meine Fußsohlen abfließen lasse.

Was wäre geschehen, hätte ich das Ereignis verdrängt, irgendwo abgelegt und nicht mehr beachtet? Bald wäre bestimmt wieder eine ähnliche Situation gekommen, in der sich die verdrängten Emotionen entladen hätten.

6.59 Uhr. Ich räume die Brösel weg und mache mich bereit für den Tag. Er beginnt jetzt – jetzt habe ich ihm einen Neustart geschenkt.

8.00 Uhr. Ich sitze an meinem Schreibtisch im Büro. Mein Mann kommt herein und sagt: „Schatz, ich wollt dir noch sagen, ich hab nochmals nachgedacht, deine Idee hat was, ich möchte mit dir darüber sprechen.“ Ich fühle die Liebe zu ihm, danke den Engeln für unsere Übungsstunde in Beziehung und Beruf, stehe auf und küsse ihn …
************ 

Daniela Hutter, Mutter von drei Kindern, arbeitet in der Geschäftsführung der Druckerei ihres Mannes in St. Johann in Tirol. Zuständig für Personal und Marketing. Sie ist Autorin, Lichtarbeiterin und Engelmedium.

info

Anzeige

7. Internationaler Engelkongress in Hamburg

AKTUELLE UMFRAGE

Stehen Sie im Alltag unter Zeitdruck?

  • Nein, ich teile es mir entsprechend ein
  • Manchmal, wenn etwas dazwischen kommt
  • Ja, ich weiß nicht, wie ich es ändern könnte
  • Ja, aber zum Meditieren bleibt immer Zeit

Meditation von Isabelle Fallois

Der Mensch ist das Glück nicht gewohnt, deshalb zieht er das Unglück an. Vereinfacht gesehen lässt sich so das System von Isabelle von Fallois erklären, mit dem wir unser Leben in 28 Tagen vollkommen verändern können:mehr ...

kamasha.de
X

Artikel per Email senden

Bitte, tragen Sie hier Namen und E-Mail-Adresse des Empfängers ein, dem Sie diesen Artikel senden möchten. Herzlichen Dank!