Susanne Hühn: Werde zum Schmetterling, und flieg!

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Susanne Hühn erklärt, was wir von dem Tierchen lernen können.

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Wir spüren, dass wir uns verändern müssen, um uns zu befreien und zu unserem wahren Ich zu finden. So wie sich die Raupe verändern muss, um zum Schmetterling zu werden. Am Anfang wehrt sie sich noch, alles in ihr kämpft dagegen an. Das Gleichnis aus der Natur zeigt uns, was wir aus dem einsamen, dramatischen Transformationsprozess der Raupe für den Umgang mit unseren eigenen Zweifeln und sinnlosen Kämpfen lernen können.

Stellen wir uns eine Raupe vor: Sie tut nichts als fressen und wachsen.Wenn sie eine gewisse Reife erreicht hat, bilden sich in ihr sogenannte Imago-Zellen. Sie enthalten die Informationen des Schmetterlings. Was macht die Immunabwehr der Raupe? Sie zerstört sie! Doch bereits jetzt beginnt die Raupe sich zu verpuppen, auch wenn ihr Inneres die neuen Zellen als feindlich einstuft. Sie schafft sich einen sicheren Raum und verliert dadurch den Kontakt zu ihren Raupenfreunden und ihrer Umwelt. Die neuen Zellen wachsen weiter in ihr und ihr Immunsystem wehr sie ab. Gleichzeitig, es ist wirklich dramatisch, sorgen Enzyme dafür, dass die ursprünglichen Raupenzellen aufgelöst werden. Sie stirbt fast, während das Neue in ihr entsteht, und das wird bekämpft. Allein ist sie außerdem. Doch die Imagozellen geben nicht auf, wachsen schneller, als die Immunabwehr sie zerstören kann und es bilden sich in ihrem Inneren Zellhaufen.  Einzelne Zellen verbinden sich zu Imagofäden und diese Fäden vernetzen wiederum die Imago-Zellhaufen. Es entsteht ein Netzwerk. Jetzt geschieht ein Wunder: Die Immunabwehr erkennt diese vernetzten Zellhaufen plötzlich als zu der Raupe gehörig, sie akzeptiert den Transformationsprozess und stoppt die Bekämpfung.

Nun wird sie also zum Schmetterling, doch der beschwerliche und einsame Weg ist noch nicht zu Ende. Denn sie muss sich selbst aus dem Kokon herausschälen. Hilft man ihr, stirbt sie. Sie braucht diesen Geburtsprozess, er gehört zur Transformation dazu.  Der letzte Reifungsprozess findet außerhalb des Kokons statt. Sie ist unendlich verletzlich in den Stunden nach dem Schlüpfen. Sind die Flügel endlich getrocknet, dann muss sie den Mut finden, diese zu öffnen und zu fliegen.

Ist das nicht einfach großartig, was sie leistet?

Lesen Sie den ganzen Artikel in der aktuellen Ausgabe des ENGELmagazins 3/2017.

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