Umfrage: Das will ich nie wieder sagen!
Im ruhigen Fluss der Zeit
Null problemo, alles klar, supi! Wie viele Floskeln führen wir im Mund, wie viele Sätze benutzen wir ohne Nachdenken! Wir haben sie aufgeschnappt, von anderen übernommen, weil wir sie schick fanden, und jetzt rutschen sie uns einfach so heraus. Manche klingen albern, vielleicht ein wenig zu jugendlich, aber wenigstens tun sie keinem weh.
Das war erstaunlich!
Und dann gibt es Sätze, an die haben wir uns so sehr gewöhnt, dass wir sie genauso nutzen wie die Floskeln. Doch zugleich spüren wir ein Unbehagen: „Ich habe gerade keine Zeit“, ist solch ein Satz. Und es ist genau der Satz, den Sie am liebsten über Bord werfen, den Sie am liebsten aus Ihrem Sprachschatz tilgen würden! 126-mal haben Sie ihn angeklickt bei unserer Umfrage! Fügt man noch die Antwortmöglichkeit „Später!“ hinzu, sind es gar 181 Stimmen, die zu verstehen geben: Die Zeitfalle hat Sie erwischt! Was geschieht hier?
Das Leben ist uns geschenkt worden. Dieses eine Leben, das wir führen, führen wir in der Zeit; wir müssen uns damit arrangieren, dass wir unser Leben „in“ einer Zeit gestalten. Was bedeutet das: mich arrangieren? Es bedeutet, dass ich mich entscheiden muss für oder gegen eine Handlung. So kommt der Plan in mein Leben, das Gegenteil von Getriebensein. Und trotzdem fließt uns über die Lippen: „Ich habe gerade keine Zeit! Später!“ Das ist sonderbar und klingt nach missglücktem Plan – nach Getriebensein, nach der Atemlosigkeit, die unserer Zeit so anhaftet. Wollen wir das?
Umstellung tut not
Es kann nicht damit getan sein, dass wir den Satz aus unserem Repertoire streichen. Dass wir ihn einfach nicht mehr sagen. Wir müssen den Satz leben – in seiner Umkehrung leben! „Ja, ich habe Zeit“, sollte es heißen. Ich habe Zeit wie jeder andere Mensch auch. Ich muss nur darauf achten, wie ich sie plane. Das Leben ist mir geschenkt und mit ihm auch die Zeit für dieses Leben.
Wir sollten dieses Geschenk ehren und achten. Indem wir mit der uns geschenkten Zeit sorgsam umgehen. Sorgsam umgehen, das heißt: die Zeit klug einteilen und die Zeit klug teilen. Mit Menschen und Dingen, die es uns wert sind. Und mit einer Haltung, die die Zeit, dieses grandiose Geschenk, auch verdient.
Das Ergebnis der Umfrage
Wir wollten von Ihnen wissen: »Welchen Satz würden Sie gerne komplett aus Ihrem Wortschatz streichen?«
- 126 mal: Ich habe gerade keine Zeit!
- 43 mal: Lasst mich mal in Ruhe!
- 31 mal: Das interessiert mich nicht.
- 9 mal: Das war ich nicht.
- 55 mal: Ist nicht meine Schuld!
- 55 mal: Später!
Engelmagazin
Ausgabe 3/2012
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