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    Christina Augenstein: Vergebung

    Überall kann man davon lesen und inzwischen weiß es Jeder: Vergebung ist wirklich wichtig, wenn man endlich glücklich sein möchte. Und doch ist es uns oft sehr schwer möglich. Christina Augenstein kann ein Lied davon singen, da sie vielen Menschen verzeihen musste und nicht wusste, wie das eigentlich erfolgreich funktioniert.

    Vergebung ist nicht das, was sie uns gelernt haben…

    Zuerst einmal müssen wir die Handlung des Vergebens genauer betrachten, da wir alle einem Missverständnis erlegen sind. Uns wurde beigebracht, dass, wenn wir Jemandem wirklich verzeihen, dann alles vergeben und vergessen sein muss.

    Doch das ist nicht wahr.

    Vergebung heißt einfach nur, die Wut auf das, was der Andere getan oder eben nicht getan hat, auf-zu-geben.

    Das, was geschehen ist, ist geschehen und die Tat an sich wird nicht vergessen – doch die Wut auf diese Handlung (oder Nicht – Handlung) wird einfach nur losgelassen.

    WAAAAS? Ich soll alles, was man mir angetan hat, einfach so hinnehmen? Nein. Darum geht es bei Vergebung nicht. Genauer erklärt:

    Es geschieht ein sogenanntes Unrecht.

    Du fühlst Dich ,verletzt‘.

    1. Möglichkeit:
      Du ziehst Dich vollkommen zurück und kannst dieser Person nicht verzeihen. Es geht Dir wirklich schlecht. Du fühlst Dich betrogen, alleine gelassen, als Opfer, verletzt, nicht geliebt, abgelehnt, kritisiert, herabgewürdigt, verspottet, bestraft, verurteilt, ausgelacht, gemobbt, diskreditiert…
      Das allerwichtigste Wort in diesem Zusammenhang ist OPFERDenn, solange Du Dich als Opfer betrachtest, hast Du keinen Handlungsspielraum.

    (Und ganz wichtig ist: Wir sprechen hier nicht von Deiner Kindheit, denn da hattest Du fast keine Chance, etwas dagegen zu unternehmen, da Du ja klein und abhängig warst!)
    Dieses Gefühl, ich bin das Opfer von…‘ wurde uns in unserer Kindheit antrainiert.

    Wir sind alle Opfer von Opfern.

    Unsere Eltern waren auch Opfer von Irgendwem. Und sie kamen vielleicht nicht aus dieser negativen Schleife heraus, weil sie von Niemandem gezeigt bekamen, wie das funktioniert und deshalb konnten wir nichts anderes von ihnen lernen.

    Außerdem leben wir in einer Welt von Beschuldigungen. Eine schlimme Behauptung, aber wahr. (Schließlich ist das hier die Kolumne „Jetzt mal ehrlich“) Viele von uns haben schon von klein auf gelernt, dass, wenn wir uns schuldig fühlen, es uns vermeintlich besser geht, wenn wir anderen die Schuld in die Schuhe schieben.

    Dies wiederum hat den Ursprung in unseren Angst – Gefühlen: Ich bin nicht gut genug. Nicht wertvoll. Nicht liebenswert.

    Also kommt dieses ‚nicht vergeben können‘ tief aus unserer Mitte. Denn die Angst ist scheinbar größer als die Selbst-Liebe in uns. Wie kannst Du Dich selbst lieben, wenn Dir das Niemand beigebracht hat…

    Also: Du bist das Opfer eines Opfers.

    Du hast nicht gelernt, dass Du gut genug bist.

    Du hast nicht gelernt, dass Du auch ‚Fehler‘ (Erfahrungen) machen darfst und dies nicht schlimm ist.

    Du darfst Dich selbst lieben, so wie Du bist, weil DU GUT GENUG BIST.

    Du darfst auch ‚Fehler‘ zugeben und bist immer noch gut und wertvoll und liebenswert.

    Und dann darfst Du Dir selbst verzeihen für alles, was Du Dir oder Anderen jemals angetan hast.

    Wenn Du darüber nämlich genau und im Einzelnen nachdenkst, wirst Du feststellen, dass Du (eigentlich) NIE MIT ABSICHT Dich selbst oder Jemand Anderen verletzt hast.

    Du hattest immer irgendeine Angst, welche Dich so hat handeln lassen.

    Genau so, wie Andere immer irgendeine der vielen Ängste haben, die sie dazu bringt, dieses und jenes zu tun oder zu unterlassen.

    Mit dieser Erkenntnis kannst Du nun Dir selbst (am allerwichtigsten!) und Anderen vergeben.

     

    1. Möglichkeit:
      Du sprichst mit dieser Person über Deine verletzten Gefühle. (Oder Du siehst Dir Deine eigenen Beweggründe an, wenn Du es selbst warst, der Dich verletzt hat.) Ein ganz wichtiger Satz, der mir in den letzten Jahren sehr viel geholfen hat, glücklicher zu werden, ist: Wie meinst Du das?

      Ganz sachlich ausgesprochen, ohne jegliche negative Gefühlsregung.Nun hat nämlich der Andere wiederum drei Möglichkeiten – und Du erkennst vielleicht, dass Du nur durch diese eine kurze, einfache Frage sofort aus der Opferrolle geschlüpft bist:

    1. Der Andere erklärt Dir ganz klar, wie er es gemeint hat und dabei hatte er nur Dein Wohlbefinden im Sinn. Du hast es wirklich nur falsch verstanden und bist nicht verletzt. Alles ist in Ordnung.
    2. Er ignoriert Dich total und geht. Aha, dann hast Du diese Bemerkung/Handlung also genau richtig verstanden und sie war nicht freundlich gestimmt.
    3. Er/Sie entschuldigt sich und formuliert die Aussage nochmal neu, und/oder unternimmt eine andere Handlung.

    Im ersten Fall ist es gut, denn Du hast da was falsch verstanden. Dazu muss gesagt werden, dass dies tatsächlich die allerhäufigste von allen Möglichkeiten darstellt. In den allermeisten Fällen trifft Nummer eins zu! Wenn Du Dir das einprägst, erlebst Du mit der oben erwähnten Frage fast nur noch wundervolle, tiefergehende Gespräche.

    In den beiden anderen Fällen geht es um eine weitere Gelegenheit für Dich zu wachsen:

    Dies hat mit Kommunikation zu tun. Etwas, womit wir uns auch oft sehr schwertun, weil wir es einfach nicht gelernt haben, dass wir das dürfen. Außerdem haben wir häufig viel zu viel Angst vor den Konsequenzen, die eintreten könnten.

    Angenommen die Person hat Dich (un)wissentlich verletzen wollen und bleibt stur oder entschuldigt sich, dann darfst Du Dich folgendermaßen verhalten und erklärst:

    Ich erkenne, dass Du mich (un)absichtlich verletzen wolltest. Das möchte ich nicht (mehr). Bitte unterlasse das in Zukunft.

    Interessant ist, was sich dann beim Gegenüber abspielt.

    Übrigens: Du gibst dem Anderen immer drei Chancen, sich zu bessern. Deine Bitten werden strenger. Nach dem dritten Mal ist es klar, dass sich der Andere nicht ändern will (und Dich weiterhin verletzen möchte), dann musst Du Dich energetisch trennen.

    Was geschieht also, wenn Du Dich in Zukunft so verhältst?

    Du erhöhst Dein Selbstbewusstsein und stehst zu Dir und Deinen Werten und Wünschen.

    Du lernst klar, sachlich, direkt und liebevoll zu kommunizieren, ohne, dass Du nachher vergeben musst.

    Du lernst Deinen Mitmenschen, wie man sich, ohne, dass man das kleine, ängstliche Kind rauslässt, verhalten kann.

    Wenn Du aber jetzt noch immer Jemandem vergeben musst, stellst Du das folgendermaßen an:

    Du stellst Dich persönlich oder auch visuell (funktioniert auch, wenn derjenige schon verstorben ist) vor diese Person und fragst, warum sie ‚das‘ gemacht hat. Versuche Erklärungen zu finden, die Dir bis jetzt nicht eingefallen sind. (Du kannst die Situation auch einer neutralen Person erzählen, welche auf weitere Deutungen kommt)

    Erkläre daraufhin der zu vergebenden Person, dass Du sie in gewissem Maße verstehen, doch das nicht billigen kannst und sie das nicht mehr machen soll.

    Nun sagst Du Dir selber: Ich bin nicht gewillt, mich noch länger mit dieser schweren Last der Wut auf diesen Menschen herumzuplagen.

    Sie behindert und blockiert Dich in Deinem Leben. Sie verhindert, dass Du Dich frei und leicht und glücklich fühlen kannst.

    Vergib (=lass die Wut los) also nicht, weil der Andere es verdient hat (was er definitiv hat), sondern, weil Du diese nervenaufreibende, schmerzende, belastende Energieschwingung der Wut nicht mehr mit Dir herumschleppen willst.

    DU willst FREI von negativen Energien sein. DU hast Freiheit und Leichtigkeit und Glücklich sein verdient!

    Es ist eine so immense Erleichterung – fang gleich damit an!

     

    Christina Augenstein, erfolgreiche Glücksexpertin und Autorin seit 13 Jahren, begeistert täglich hunderttausende von Menschen mit ihrer entwaffnend ehrlichen Herzlichkeit. Sie findet, dass JEDER es verdient hat, glücklich zu sein und dies auch leicht schaffen kann!
    Mehr Infos über sie selbst und ihre Arbeit unter: www.christina-augenstein.com

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