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Tag der Erde

Am Tag der Erde wollen wir unserer Erde Danke sagen, mit einem Gedicht von Thich Nhat Hanh.

Liebe Mutter Erde,
jeden Morgen, wenn ich erwache,
schenkst Du mir 24 brandneue Stunden, um Deine Schönheit
zu schätzen und zu genießen.

Du hast jede wundervolle Lebensform geboren.
Unter Deinen Kindern befinden sich der klare See,
die grüne Kiefer, die rosafarbene Wolke, der schneebedeckte
Berggipfel, der duftende Wald, der weiße Kranich,
der goldene Hirsch, die außergewöhnliche Raupe
und jeder brillante Mathematiker, jeder geschickte Handwerker
und jeder begabte Architekt.

Du bist die größte Mathematikerin,
die versierteste Handwerkerin
und die talentierteste Architektin von allen.

Ein einfacher Zweig voller Kirschblüten, ein Schneckenhaus oder
ein Fledermausflügel bezeugen diese erstaunliche Wahrheit.

Mein tiefer Wunsch ist, so zu leben,
dass ich mir jedes Deiner Wunder bewusst bin und von Deiner
Schönheit genährt werde.

Ich schätze Deine kostbare Schöpferkraft
und lächle dieser Gabe des Lebens zu.

Wir Menschen haben talentierte Künstler,
doch wie können sich unsere Gemälde mit Deinem Meisterwerk
der vier Jahreszeiten messen? Wie könnten wir je eine so
überwältigende Morgenröte malen oder einen so strahlenden
Sonnenuntergang schaffen? Wir haben großartige Komponisten,
doch wie kann sich unsere Musik mit Deiner himmlischen
Harmonie mit der Sonne und den anderen
Planeten vergleichen – oder mit dem Klang der steigenden Flut?
Wir haben große Helden und Heldinnen, die Krieg, Bedrängnis
und gefährliche Reisen bestanden haben, doch wie kann sich ihre
Tapferkeit mit Deiner Duldsamkeit und Langmut auf Deinem
riskanten Flug durch die Äonen vergleichen?
Wir besitzen viele große Liebesgeschichten,
doch wer von uns kann liebenwie Du,
die alle Lebewesen ohne Unterschied umarmt?

Über den Autor

Über den Autor

ENGELmagazin-Autor und Zen-Meister Thich Nhat HanhThich Nhat Hanh, 1926 in Vietnam geboren, gehört als sozial engagierter buddhistischer Mönch und Zen-Meister zu den bedeutendsten spirituellen Lehrern der Gegenwart. Die schmerzhaften Erfahrungen des Vietnamkriegs haben sein Bewusstsein dafür gestärkt, wie die buddhistische Lehre und insbesondere die Entwicklung von Achtsamkeit dazu beitragen können, Konflikte zu lösen oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Thich Nhat Hanh lebt im Exil, seit ihm anlässlich einer Reise in die Vereinigten Staaten 1966 die Regierung von Südvietnam die Rückkehr in seine Heimat verweigerte. Er ist Autor zahlreicher Bücher und engagiert sich in der Friedensarbeit und Flüchtlingsbetreuung.

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