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    Thomas Schmelzer: Moderne Spiritualität – Himmel und Erde verbinden

    Im inneren Frieden ruhen – wäre das nicht wundervoll? Ich gebe zu, auch mir gelingt es oft nicht. Immer wieder lässt man sich ablenken, aufregen, mit äußeren Gegebenheiten beschäftigen. Davon gibt es wahrlich viele. In Frieden zu sein gelingt mir dann am besten, wenn ich mit meiner Innenwelt und Außenwelt einverstanden bin.

    Wenn ich nach meinen eigenen Werten und Überzeugungen leben kann und mich in der Außenwelt, der Umwelt, dem Miteinander wohlfühle. Wenn beide Welten aber im Widerstreit sind, was dann?
    Ganz klar hat mich wie viele Menschen die aktuelle Situation immer wieder getriggert. Es ist einfach nicht schön, nicht natürlich, auf Abstände und anderes achten zu müssen, Dinge, die dem ganz normalen liebevollen Zusammensein so zuwiderlaufen. Gerade wenn man ein freiheitsliebender Mensch ist und nun einiges nicht mehr tun darf, ist das schwer zu nehmen, auch wenn die Gründe ja vielleicht sinnvoll scheinen. Da stoßen also meine inneren Werte ganz klar gegen äußere unvereinbare Gegebenheiten, ja, Gegensätze.
    Nun, ich kann ja immer nur zwei Dinge tun: Das Äußere annehmen oder ablehnen. Wenn ich es ablehne, entsteht ein Widerstand. Wenn dieser kein Ventil findet, habe ich Unfrieden in mir.

    Wenn ich aber die Situation im Moment nicht ändern kann, weil zum Beispiel die Gesetzeslage so ist, dann ist der einzige Weg, mit dem ich mich wieder in meinem Sein entspannen kann: Voll und ganz in Frieden zu kommen mit dieser Situation. Selbst wenn sich später noch Möglichkeiten ergeben, etwas zu ändern – jetzt jedenfalls geht es immer erst mal darum, alles, wie es ist, anzunehmen. Es ist wie es ist. Und wenn ich Groll, Unzufriedenheit, Ängste in mir wahrnehme – nehme ich auch diese zunächst einmal einfach an und komme so in Frieden.
    Die Welt ist eine komplexe, und immer wieder sind wir aufs Neue gefordert, unsere Mitte, unsere Ausrichtung, ja, unseren inneren Frieden in dieser Welt zu finden. Nachdem ich mich nun mit den Gegebenheiten im Äußeren schon mal entspannen konnte, darf ich mir nun auch meine Innenwelt nochmal ansehen: Was sind meine ureigenen Werte, meine Wünsche. Wie sehe ich mich in dieser Welt – was für ein Mensch möchte ich sein?
    Ich habe das Gefühl, dass vielen Menschen in dieser Zeit genau diese Fragen noch einmal ganz neu begegnet sind. Je mehr es uns nun gelingt, darauf sinnvoll antworten zu können und danach leben zu können – um so mehr sind wir in Frieden in und mit uns.
    Das Austarieren unseres Seins in der Welt ist also immer wieder mal neu adaptierbar. Wenn wir nicht in Frieden sind – getrieben, ängstlich, verwirrt – dann meist, weil wir nicht in Einklang zu dem leben, was wir aktuell an inneren Werten in uns haben. Diese erst Mal wieder neu zu erkunden, ist der erste Schritt, der zweite, das allmählich in unserem Leben zu verwirklichen.

    Das, glaube, unterschätzen viele: Nicht nur unsere Welt, die Gesellschaft, die Umwelt verändert sich ständig – auch wir tun dies, manchmal auch unbemerkt. Gewisse Gefühle, Reaktionen, Sichtweisen haben sich vielleicht unmerklich gewandelt. Wie sehen meine inneren Werte heute aus? Vielleicht entdeckte ich durch schöne Begegnungen eine ganz neue tiefe Liebe zu den Tieren, vielleicht schätze ich Ruhe viel mehr als früher, vielleicht habe ich eine ganz andere Priorität für ein harmonisches Körpergefühl gefunden.
    Wie also sieht die ideale Umgebung für diese neue Innenwelt aus? Das immer wieder spielerisch zu erforschen ist hilfreich.
    Das Äußere ist wie es ist. Ich kann durch meine inneren Impulse hie und da neu reagieren, vielleicht kleine Elemente verändern – aber die Welt an sich kann ich nicht reformieren, transformieren, neu gestalten. Auch als Gruppe gelingt dies bedingt – so entstehen Utopien, die durchaus eine großartige Motivation sein können für das eigene Handeln, aber selten wörtlich genommen werden können.
    Was ich aber verändern kann ist meine Reaktion, meine Haltung zur Welt. Die Haltung zu Politik, Institutionen, Medien. Ich kann das all kritisch beobachten, mich für eine Veränderung engagieren, darüber berichten und nachdenken. Aber nur, wenn ich „trotz alledem“ das Ganze annehme und in Frieden damit komme, kann ich mich entspannen, finde ich inneren Frieden.

    Das war heute mal etwas philosophischer und theoretischer, aber warum nicht mal zwischendurch die eigene Sichtweise und Haltung neu sezieren und analysieren, wenn sich hinterher damit innerer Frieden einstellt?

    Thomas Schmelzer beschäftigt sich seit 20 Jahren in TV, web, Print und live mit bewusstseinsfördernden Themen. Er leitet das Onlinemagazin MYSTICA.TV, arbeitet als Redakteur und moderierte rund 30 Kongresse. Er interviewte er mehr als 800 Persönlichkeiten der Szene, ist Regisseur der erfolgreichen Dokumentationen „Die Übersinnlichen“ und „Wiedergeburt“ und Autor des Buches „Die Stille in mir“. www.thomasschmelzer.de · www.mystica.tv

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