Zwölf Tage lang wurde einst dieses Sonnwend- oder Julfest gefeiert. Es waren die Rauh- oder Rauchnächte, in denen Hof, Haus und auch der Stall mit würzigen Kräutern ausgeräuchert worden ist. Und da die Götter und Ahnen in der Julzeit so nahe sind, war es auch eine gute Gelegenheit sie um Rat zu bitten und Orakel zu befragen.

Auch die Totengeister wurden nun gespeist und eingeladen mitzufeiern. Nach den zwölf heiligen Nächten kamen die drei Göttinnen vorbei– noch im Mittelalter kannte man sie als die drei Bethen: Ambeth, Wilbeth, Worbeth – und segneten jedes Haus für das kommende Jahr, ehe dann der starke goldborstige Eber des gütigen Freyr das Jahresrad mit seiner Kraft wieder anschob. (Der Jul-Eber lebt weiter in Form des Glücksschweinchens aus Marzipan, das wir zum Neujahrsfest verschenken.)