Man mag es kaum glauben, aber gerade eben hatte ich doch noch den Beitrag für die vorige Ausgabe dieses wunderbaren Magazins geschrieben, da kündigt sich doch tatsächlich schon erneut die Wintersonnenwende an. Es sind dunkle Monate, es ist eine dunkle Zeit und mit den Tagen im Dezember wird die dunkelste Zeit des Jahres erreicht.
Was aber ist mit der Dunkelheit in uns? Was bedeutet uns die Rückkehr des Lichts an dem Fest, das wir heute überall in unserem Kulturkreis auch unter Weihnachten kennen?
Die einen feiern die Geburt Christi an diesen Tagen, die anderen das Yulfest. Vermutlich sind wir uns einig, wenn ich sage, dass Christus wohl eher nicht an Weihnachten geboren wurde, sondern das Symbolhafte seiner Geburt und seines Lebens mit der Geburt des Lichts und einem neuen Zyklus verknüpft wurde. Ein Licht kam in die Welt.
Ich würde mir wünschen, dass wir, die Autoren, die Redaktion und Leserschaft des ENGELMAGAZINS gemeinsam den Gedanken an die Rückkehr des Lichts dieses Jahr feiern, indem wir uns alle daran erinnern und es fühlen, dass wir Licht sind, ganz besonders in diesen dunklen Zeiten. Also wenn Du Dich mit mir, mit uns gemeinsam auf die Reise machen möchtest, dann mach es Dir jetzt bequem. Vielleicht hast Du Dir einen besonders leckeren Tee oder einen Kakao gekocht, vielleicht eine schöne Kerze angezündet und vielleicht durchzieht der Duft von Weihrauch Deine Wohnstatt.
1.
Mach es Dir bequem und lass Deine Augenlider so weit sinken, dass sie entspannt sind. Nimm ein paar Atemzüge und erlaube Dir anzukommen in diesem Moment. Komm ganz bewusst an in diesem Hier und Jetzt. Erlaube, dass Dein Atem in Deinem eigenen, ganz persönlichen Rhythmus fließen darf. Ein stetiges Ein und Aus, ganz natürlich, und ohne dass Du es kontrollierst. Erlaube Dir Ruhe und Gelassenheit einzuatmen und lass beim Ausatmen ganz bewusst alles los, was Dich hindert, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Du atmest Ruhe ein und lässt beim Ausatmen einfach los. Du spürst, wie Du mit jedem Atemzug ruhiger und gelassener wirst und Deine Muskeln sich nach und nach ganz sanft entspannen. Du fühlst Dich angenehm schwer und geerdet. Eine tiefe Ruhe durchdringt Dich und Deine Gedanken ziehen einfach an Dir vorbei wie Herbstblätter auf einem langen, ruhigen Fluss. Du nimmst sie wahr, aber Du hältst sie nicht fest.
2.
3.
Bleib mit Deiner Aufmerksamkeit bei Deinem Herzen und fühle, wie Du mit Deiner Aufmerksamkeit in den heiligen Raum gleitest, der in Deinem Herzen seinen Ursprung hat. Lass das Gespür für diesen Raum weiter in Dir wachsen, bis Du ganz EINS bist mit diesem RAUM. Dieser Raum umgibt Dich, dieser Raum durchdringt Dich und nichts hat Bestand in diesem Raum, was nicht dem höchsten Licht entspricht.
Das ist DEIN Raum. Hier herrscht Dein Duft, hier herrscht Dein Klang und hier singt man Deinen Namen. Öffne Deine inneren Augen jetzt und geh ein paar Schritte. Wenn Du Dich jetzt umdrehst, siehst Du einen Tisch. Es ist ein ganz einfacher, alter Holztisch, schlicht und doch schön. Du legst Deine Hände auf den Tisch und spürst die Wärme des Holzes. Du genießt die Ruhe hier in Deinem Raum. Du genießt die Stille und den Frieden. Dieser Raum ist Dein Zuhause.
4.
Deine Blicke wandern wieder auf den Tisch, und auf diesem Tisch steht eine große Kerze. Wachs ist an ihrer Seite heruntergeronnen, doch wird das Wachs nicht weniger, wie lange die Kerze auch brennt. Diese Kerze hat die Farbe, die Du ihr gibst, und die Flamme auf ihr ist ewig.
Das ist Dein Licht. Und Du bist heute hier, es in die Welt zu tragen, Du bist hier, Dich ganz von diesem Licht erfüllen zu lassen. Und so wird das Licht der Kerze nun immer größer. Du erlaubst, dass das Licht immer heller wird, bis es Dich ganz und gar einhüllt und dann den ganzen Raum erfüllt, in dem Du stehst.
5.
Du erkennst, dass dieser Raum plötzlich keine Wände mehr hat und Du doch noch immer im Zentrum stehst. Dein Licht breitet sich weiter und weiter aus, bis es Dein ganzes Sein auf allen Ebenen erfüllt. Du musst nichts tun, Du lässt es einfach geschehen. Die Wärme des Lichts hüllt Dich ein. Sie durchdringt Dich und Du wirst eins mit diesem Licht. Und das Licht breitet sich weiter und weiter aus. Es strahlt in die Welt, es strahlt in die Dunkelheit und es erhellt alles, was ist.
Alles ist Licht, wie innen, so außen, wie oben, so unten. Du badest in diesem Licht und der Frieden dessen, was wir wirklich sind, durchströmt Dich und legt sich wie ein schützender Mantel um Dich.
6.
Du richtest den Blick nun in die Ferne und Du siehst, wie viele solcher Lichter entstehen und sich ausbreiten, überall um Dich herum. Diese Lichter werden – wie Deines – immer größer und größer. Sie berühren einander, sie durchdringen einander, bis alles, was Du wahrnehmen kannst von Licht durchdrungen ist. Das Licht erhellt die Dunkelheit. Der Frieden dieses Lichts besänftigt und segnet alles, was er berührt. Du bist die Quelle dieses Lichts, Du bist die Quelle dieses Friedens. Du bist der Gedanke und der Geist der Weihnacht. Du bist das Licht, das zurückkehrt, und mit Dir atmet die Welt wieder ein. Genieße diesen Augenblick, solange Du es für richtig hältst. Lass das Licht fließen.
7.
Und irgendwann dann in Deiner Zeit, wenn Du es für gut befindest, kehre mit Deiner Aufmerksamkeit hierher in Dein Zimmer zurück, wo vielleicht noch immer die Kerze brennt und Du es Dir bequem gemacht hast. Lass diesen Moment nachwirken, so lange Du möchtest, und erinnere Dich immer daran, Du bist das Licht und dieses Licht leuchtet, jetzt, immer.












