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Der Seelenweg ins Licht

Schon in ihrer Kindheit spürt Jana Haas, dass sie anders ist, anders empfindet, denkt. Unerlöste Seelen offenbaren sich ihr, düstere Stimmen verfolgen sie, Nahtoderlebnisse wühlen tiefe Gefühle auf.

Schwer atmend saß ich am Ufer des riesigen Sees. Es war, als würden mich seine Wellen noch immer bewegen. Aufgewühlt. Ruhelos. Einer unermesslichen Kraft hingegeben. Mein Körper schmerzte und bei jedem Atemzug brannte es in meiner Brust. Mein ganzer Leib zitterte. Minutenlang hatte ich Wasser ausgehustet, während die Erschütterungen meine Lunge fast zu zersprengen drohten. Ich schaute aufs Wasser und versuchte mich zu fassen. Sechs Jahre war ich alt, in wenigen Wochen würde ich in die Schule kommen. In einiger Entfernung sah ich meine Familie sitzen und ihren Urlaubsspäßen nachgehen. Sie hatten noch nicht einmal bemerkt, dass ich weg war. Ich würde nicht zu ihnen hinübergehen. Ich hatte dem Tod in die Augen geschaut. Wieder einmal. In den Fluten dieses Sees hatte er nach mir gegriffen und mich dann doch wieder losgelassen. Wie schon so oft. Doch diesmal war etwas anders. Während ich an diesem Ufer saß, spürte ich eine unbeschreibliche Stärke und innere Reife in mir. Ich wusste: Mir kann nichts passieren, denn die Seele ist unsterblich. Selbst wenn ich sterbe – ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hände. Als in dieses liebevolle Bewusstsein, das mich in der Tiefe des Wassers als warmes goldenes Licht umfangen hatte. Leicht und frei war ich darin gewesen, vollständig angenommen. Doch ich musste zurück in meinen Körper, der kalt und schwer geworden war. Ich musste zurück ins Leben. Dieses goldene Licht jedoch und die tiefe Geborgenheit der göttlichen Liebe, sie sollten mich nie wieder verlassen.

Prüfung zwischen den Welten
Verschiedene Nahtoderfahrungen führten dazu, dass meine hellsichtigen Fähigkeiten immer stärker wurden. Bald erschienen mir die umherirrenden Geister von Verstorbenen nicht mehr vorwiegend nur nachts, sondern verstärkt auch tagsüber, ohne dass ich etwas dagegen unternehmen konnte oder auch nur gewusst hätte, wie ich mit ihnen hätte umgehen können. Meine Wahrnehmungen des Feingeistigen wurden so stark, dass ich die Welten kaum noch auseinanderhalten konnte. In all dem wusste ich auf irgendeiner Ebene schon im Vorschulalter, dass eine Entscheidung von mir verlangt wurde. Ich musste festlegen, in welche Richtung ich gehen wollte: schwarz oder weiß? Eines Nachts schließlich sah ich, wie sich die Seele aus meinem Körper erhob und auf Astralreise ging. Ich sah mich fliegen, weit, weit weg. Und plötzlich erlebte ich mich im Perm – einer sehr urigen Gegend in Russland, voller magischer Kraft. Hier passierte auch sehr viel im Geistigen, im Reinen wie im Unreinen. Es gibt dort tiefe Wälder, die zahlreiche Menschen anziehen, die auf die eine oder andere Weise magisch oder schamanisch aktiv sind. Ich nun erlebte mich mit meinen sechs Jahren als Seele dort im Wald sitzen. In der dunklen Umgebung erblickte ich die Seele meiner Urgroßmutter, leuchtend wie ein Engel. Mit ihrer Energie zog sie wie mit Kreide einen Kreis um mich herum. Von oben reichten mir die Engel ein Buch und meine Urgroßmutter wies mich an, in dieser heiligen Schrift zu lesen. Sie sagte: „Resoniere nur auf das Gute und geh niemals mit deiner Aufmerksamkeit aus diesem Kreis heraus. In seiner liebevollen Resonanz bist du geschützt. Lies in diesem Buch und schöpfe all sein Wissen in dich hinein.“

Ich fing also an zu lesen – und natürlich konnte ich mit sechs Jahren noch keine Wörter lesen, aber ich nahm die Energie aus dem Buch in mich auf. Es war, als würde ich all die lichtvolle Weisheit, die dort geschrieben stand, in mir spüren. So saß ich dort mit diesem Buch in meinem Schutzkreis und hatte auch keine Angst.

Plötzlich hörte ich Trommeln wie für den Beginn einer Zeremonie. Ich hob die Augen vom Buch auf und sah auf einer Lichtung nicht weit entfernt einen Hexentanz. Mit machtvollen Gesten traten die unterschiedlichsten Gestalten auf und ich erblickte unter ihnen auch einige aus meiner dunklen Verwandtschaft. Energisch und wild tanzten sie um ein Feuer in ihrer Mitte. Viele winken mir zu und versuchten, meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Plötzlich war die Stimme meiner Urgroßmutter wieder da: „Geh nicht in eine negative Resonanz! Bleib bei der positiven Resonanz und fokussiere dich auf das, was zählt: die heilige Schrift vor dir, die Worte in diesem Weisheitsbuch.“

Ich schaute also wieder in das Buch und las. Doch plötzlich bemerkte ich, dass der rasende Hexentanz nun um mich herum stattfand. All diese Gestalten mit ihren ausladenden Gesten tobten jetzt im Kreis um mich herum. Eintauchen allerdings konnten sie nicht in meinen Schutzraum. Ich spürte intensiv die Kälte dieser Menschen, ihre Negativität. Sie fuhr mir wie ein kaltes Grauen über den Rücken. Zugleich erlebte ich mich selbst in meinem Inneren aber ganz warm und stark. Und ich wusste, dass ich stärker bin als die Angst und auch stärker als die Versuchung.

Ich weiß nicht, wie lang diese Erfahrung gedauert hat, denn im Traum und in Visionen haben wir kein Zeitgefühl. Meinem Empfinden nach dauerte es die ganze Nacht, dass ich im Lotossitz über meinem Buch in diesem Wald saß, umringt von den dunklen Magiern und Hexen in ihrem Tanz. Irgendwann sah ich schließlich die Sonne aufgehen, ich spürte, wie mich die Flügel der Engel einhüllten und zurück nach Hause und in meinen Körper trugen. Ich nahm wahr, wie mich die Seele meiner Urgroßmutter streichelte. Und dann erschien ein Engel, der sagte: „Du hast dich für das Licht entschieden.“ Die Prüfung war bestanden.

Nach dieser Erfahrung war ich wie ausgewechselt. Ich war über Nacht gereift, der letzte Rest kindlicher Naivität hatte mich verlassen. Ich spürte sehr deutlich, dass ich mehr wusste, mehr erlebt hatte als andere, und das veränderte mich. Ich sah die Welt mit anderen Augen. Und auch ich wurde jetzt anders gesehen: Interessant war nämlich, dass ab diesem Zeitpunkt alle Schwarzmagier aus meinem Umfeld einen Bogen um mich machten. Sie konnten mir nicht mehr in die Augen schauen, sie merkten sofort, dass ich stärker war. Seitdem weiß ich auch, dass Menschen mit unreinen Absichten meinen Blick nicht ertragen. Ich war an dieser Prüfung gereift – und es sollte nicht die letzte sein.

Über die Autorin

Über die Autorin

Jana Haas begleitet Menschen durch ihre Bücher, Vorträge und Seminare. Sie schöpft aus ihrer klaren, reinen Sicht in die geistige und materielle Welt und der Verbindung daraus. Sie vermittelt ihre Erkenntnisse liebevoll und klar, so dass Menschen mehr Urvertrauen erlangen und noch mehr liebes- und handlungsfähig werden können. Sie sieht die Aufgabe der Menschen darin, das Gleichgewicht des Lebens in Harmonie zu bewahren und die Verbindung zu Gott und den geistigen Welten aufrecht zu erhalten. Ihre Hellsichtigkeit begleitet sie seit ihrer Kindheit in Russland und es ist erstaunlich, wie harmonisch ihre Einsichten zur Lehre grosser Religionen passen.

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