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    Joseph Emet: Das Elend mit dem Stress

    Ein gezwungenes Lächeln ist eines der ersten Dinge, die verschwinden, wenn wir unter Stress stehen. Als Kinder haben wir viel gelächelt, weil wir ganz in dem jeweiligen Augenblick lebten. Wir hatten das „Hier und Jetzt“-Bewusstsein. Joseph Emet zeigt uns, wie wir mit einer kleinen Übung, unser Lächeln wieder finden können.

    Die einfachen Freuden des Lebens reichten damals noch aus, um uns fröhlich zu stimmen. Aber mit dem Erwachsenwerden lernen wir, jenes „Hier und Jetzt“-Bewusstsein zugunsten eines auf die Zukunft ausgerichteten Bewusstseins aufzugeben. Die Zukunft kann Zielsetzungen erzeugen. Denken Sie an das in der Gegenwart lebende Kleinkind, das einfach mit seinen Schnürsenkels spielt, statt seine Schuhe anzuziehen, oder das Verstecken spielt und sein T-Shirt dabei als Requisite benutzt, statt sich anzuziehen, wie seine Mutter es verlangt.
    Es hat Spaß, weil es nicht über die Gegenwart hinaussieht. Anders als seine Mutter hat es keinen Plan und keine Aufgabenliste für den Nachmittag. Eine Zielsetzung hingegen verschiebt unsere Aufmerksamkeit von der Gegenwart auf die Zukunft. Und wenn wir alles mit einem Ziel im Kopf tun, verschwindet die Gegenwart.
    Wie oft wurden wir, während wir aufwuchsen, von unseren Eltern gedrängt, das zu tun? Wie oft am Tag? Achtsamkeitsübungen können uns dabei helfen, jenes Lächeln wiederzufinden und es zurück in unsere Herzen und in unser Bewusstsein zu bringen. Mit Achtsamkeitsübungen können das Lächeln in unser alltägliches Leben zurückbringen.
    Lächeln entspannt. Ein aufrichtiges Lächeln kommt aus dem Herzen und strahlt durch den gesamten Körper, wodurch es jeden Körperteil besänftigt und heilt.

    Finden Sie Ihr Lächeln wieder
    Versuchen Sie es jetzt. Schließen Sie für eine Minute die Augen, und stellen Sie sich ein Lächeln vor, das Ihnen das Herz öffnet, so wie eine erblühende Blume ihre Blütenblätter öffnet. Nachdem Sie nun das Bild von der Blüte in ihrem Herzen vor Augen haben, malen Sie sich aus, wie sich Ihr Lächeln wie Frühlingsblüten auf der Wiese in jedem Teil Ihres Körpers ausbreitet. Das Lächeln erscheint in Ihrem Gesicht, wenn die Blumen dort ankommen. Dies ist ein Körperscan mithilfe von Blumen. (Ein Körperscan ist eine geführte Meditationsübung, die entwickelt wurde, um die Wahrnehmung von körperlichen Empfindungen und die Konzentration zu fördern.) Versuchen Sie nun, die Blumen im Geist zu behalten, während sie die Augen öffnen. Sieht die Welt jetzt nicht anders aus?
    „Lächle, das Leben ist ein Wunder“, sagt Thich Nhat Hanh. Verlieren Sie sich wieder in diesem Wunder, wie Sie es einst als Kind taten. Sie sind dieses Wunder. Das Leben von innen her zu fühlen, ist wirklich ein Wunder.
    Manche Menschen greifen begierig nach Körperscanübungen, so wie ein Durstiger nach einem Glas kühlem Wasser greift. Sie kennen das „ausgedörrte“ Gefühl, das sich einstellt, wenn man nicht fähig ist, den Augenblick zu genießen, weil man ständig an die nächste Sache denkt oder für den nächsten Tag plant. Sie haben erfahren, wie es sich anfühlt, den ganzen Tag irgendwelchen Pflichten nachzukommen und sich abzumühen, ohne je den Lohn dafür einzustreichen – den Lohn, der darin besteht, den Augenblick zu genießen.

    Der gegenwärtige Moment ist immer da, aber sie sind nicht da, um ihn zu genießen. Sie haben ständig an letzte Woche oder den nächsten Tag gedacht und wurden nie belohnt. So zu leben ist, als würde man Rabattmarken sammeln, ohne sie je einzulösen. Andere sind skeptisch. Sie haben gelernt, aus der Planung für die Zukunft eine Tugend zu machen. Sie wollen nicht, dass der nächste Tag einfach kommt und sie unvorbereitet trifft. Sie plagen sich stoisch ab, weil es „richtig ist, das zu tun“.

    Das Jetztbewusstsein
    Präsent zu sein ist eine der Grundlagen des Achtsamkeitstrainings. Aber diese Unterweisung scheint der Ausrichtung der protestantischen Ethik entgegenzustehen, die betont, dass man jetzt hart arbeiten und sich mühen soll, um seinen Erfolg (vielleicht) später zu genießen. Aus der Perspektive dieser Weltsicht wird Spaß haben und den Augenblick genießen häufig als moralische Schwäche betrachtet.
    Doch das Leben findet nur in der Gegenwart statt. In der Vergangenheit oder in der Zukunft können wir nur in unserer Vorstellung leben. Und wenn wir in unserer Vorstellung leben, haben wir Probleme, zu entspannen. Nicht nur das Leben steht allein in der Gegenwart zur Verfügung, sonder auch die Erholung.

    Seien Sie jetzt hier, und lassen Sie Ihren Geist ruhen
    Ohne Achtsamkeit könne Sie sich möglicherweise nicht erholen, wenn Sie sich Zeit dafür nehmen. Ihr Geist könnte weiter kreisen und sich über das eine oder andere sorgen oder sich über ein ärgerliches Ergebnis aufregen, das am Vortag geschehen ist. Ihr Geist durchlebt diesen Ärger dann wieder und wieder, was bewirkt, dass Ihr Körper mit den gleichen Stresshormonen überflutet wird, die er während des tatsächlichen Ereignisses ausgeschüttet hat. „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihn nicht ins Himmelreich kommen“. Dieser wertvolle Satz aus dem Matthäus-Evangelium sagt alles. Thich Nhat Hanh fügt hinzu, dass das Himmelreich JETZT ist. JETZT ist unser Zuhause, und im Augenblick zu sein, erlaubt es dem Geist, zur Ruhe zu kommen.
    Achtsamkeitsübungen geben und die Möglichkeit, mit unserem Atem und unserem Körper in Kontakt zu kommen und durch sie den Augenblick zu erfahren. Die Bürde des Zukunftsbewusstseins und des Vergangenheitsbewusstseins wird uns erleichtert, und wir lernen, im Jetztbewusstsein Freude zu finden.
    Wir übernehmen das Kommando über unser Bewusstsein und unser Leben durch Achtsamkeit, nicht durch die uns antrainierten Gewohnheiten. Allerdings sind diese Gewohnheiten nicht die eigentlichen Störquellen. Sie haben es und ermöglicht, in der Schule und in der Arbeit erfolgreich zu sein. Stress entsteht, wenn wir vollständig mit diesen Gewohnheiten verschmelzen, wodurch wir unsere kostbare Freiheit verlieren. Ohne Achtsamkeit werden wir zu unseren Gewohnheiten.


    Übung: Lächeln

    Sie können den restlichen Tag viermal pro Stunde lächeln. Wenn Ihnen die Ergebnisse gefallen, können Sie das morgen auch so machen. Es lohnt sich, an folgendes leicht abgewandeltes Sprichwort zu denken: „Ein Weg der tausend Lächeln beginnt mit einem ersten Lächeln“. Dieses erste Lächeln könnte das erste Lächeln am Tag sein oder das erste Lächeln in einem Gespräch oder, mehr mit dem ursprünglichen Sprichwort übereinstimmen, das erste Lächeln während einer Autofahrt. Das erste Lächeln ist wichtig, weil es den Verlauf eines Tages oder den Ton einer Unterhaltung verändern kann.
    Sie können sich unterstützen, häufiger zu lächeln, indem Sie an markanten Punkten Smiley-Symbole anbringen und sich so daran erinnern.

     

    Auszug aus dem Buch „Buddhas Buch der Gelassenheit“ von Joseph Emet

    Joseph Emet wurde von dem weltbekannten Zen-Meister Thich Nhat Hanh zum Dharma-Lehrer ausgebildet. Er ist Gründer und Leiter des Mindfulness Meditation Centre in Montreal, wo er Achtsamkeitstrainings, Kurse für Stress-Management und persönliche Entwicklung anbietet. mindfulnessmeditationcentre.org

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