Kaja Andrea Otto: Durch Ahnen in die eigene Kraft kommen

„Du bist hier als das Resultat der Gebete deiner Ahnen.“ Als ich diesen Satz zum ersten Mal hörte durchdrang er meinen ganzen Körper. Ich stand barfuß im Teutoburger Wald und konnte zum ersten Mal spüren, welche Kraft durch meine Ahnenlinie und durch die Linien derjenigen fließt, die vor mir durch diesen Wald gewandert waren.

Etwas in mir veränderte sich, es war, als ob sich eine Tür geöffnet hätte, die sich nie wieder schließen würde. Während ich dort im Wald in der Nähe der Externsteine – einem uralten Heiligen Ort der alten Waldvölker – stand, spürte ich die Energie all derjenigen, die im achten Jahrhundert ihr Leben gegeben hatten, um ihr Heiligtum zu verteidigen und vor Karl dem Großen zu schützen.
Ich spürte ihre Liebe zu all denen, die nach ihnen kamen und für die sie in den Kampf zogen. Vor meinem inneren Auge sah ich, dass in der großen Schlacht im Teutoburger Wald nicht allein diese tapferen Männer und Frauen gekämpft hatten, sondern dass ihre Ahnen ihnen zur Seite standen. Ich spürte, wie auch die Weisheit derjenigen, die vor ihnen gelebt hatten, weitergegeben wurde und noch immer in diesen Wäldern existierte. Und ich spürte, wie ich Teil derjenigen wurde, die durchströmt werden von der Liebe, der Weisheit und dem Wissen, die jeder erfahren darf, der seine Schritte auf dem Weg eines zukünftigen Ahnen macht.

Auch wenn ich vorher schon in Kontakt mit meinen Ahnen war und mich durchaus verbunden fühlte, so verdeutlichte mit die Intensität dieser Energien an diesem so kraftvollen Ort einmal mehr, wie sehr wir alle verbunden sind. Und wie essentiell es ist, dass wir uns wieder bewusst mit unseren Ahnen verbinden. Im Schamanismus spricht man davon, dass wir über sieben Generationen verbunden sind – die Epigenetik spricht sogar von bis zu 19 Generationen. Die Epigenetik ist der Wissenschaftszweig, welcher sich mit all den Genexpressionen beschäftigt, die nicht direkt in der DNA exis­tieren. Es sind quasi die veränderlichen Faktoren, welche über Lebensumstände, Traumata, Stressoren und einschneidende emotionale Erlebnisse weitergegeben werden. Das macht die Arbeit mit den Ahnen so faszinierend – uralte Weisheit wird wissenschaftlich bestätigt. Das, was zuvor jahrhundertelang religiös verpönt war, bekommt nun durch die Wissenschaft eine Tür geöffnet. Mögen wir hindurchschreiten.
Bevor Karl der Große Europa christianisierte, gab es auch bei uns eine lebendige Ahnenkultur. Die Menschen waren eng verbunden mit ihrer Sippe und sahen sich oft als Teil von etwas Größerem und nicht nur als ein unabhängiges Individuum. Ahnen waren Begleiter, Ratgeber, Helfer und Unterstützer – sie wurden aktiv in das Leben einbezogen. Denn die Menschen wussten, dass Ahnen auch wiedergeboren werden können, durch das nächste Kind in der Sippe oder in einigen Generationen. Das Problem der Ahnen war, dass sie in Konkurrenz zu dem katholischen Gott waren, demjenigen, der oben im Himmel herrschte, während die Ahnen direkt und unmittelbar erreichbar waren und durch ihre irdischen Erfahrungen auch einfacher zu erfassen waren. Sie mussten weichen, die Bräuche wurden verboten und die Kommunikation mit ihnen wurde verpönt. Über die Generationen verloren wir den Bezug zu unseren Ahnen. 

Doch nur weil wir nicht mehr mit ihnen kommunizieren, bedeutet es nicht, dass sie nicht mehr da sind. Unsere Ahnen warten nur darauf, endlich wieder in Verbindung zu treten. Denn neben dem oftmals erwähnten Ahnentrauma gibt es in jeder Linie auch so viel Weisheit, die weitergegeben werden möchte. Wie bei jeder Beziehung, die schon länger eingeschlafen ist, kann es hilfreich sein, erst einmal vorsichtig anzuklopfen und sich nach all der Zeit aufs Neue zu beschnuppern. Dabei bietet es sich an, als Erstes einen Ahnenaltar zu erstellen. Ein Altar ist ein Ort, der uns zu spirituellem Fokus einlädt. So wie der kirchliche Altar den Fokus auf Gott legt, ein Shakti-Altar die ursprüngliche feminine Energie einlädt, so lädt einen Ahnenaltar die Energie der Ahnen ein.
In anderen Kulturen aktiver Ausdruck der spirituellen Praxis, dürfen wir uns hier dem Ahnenaltar wieder intuitiv annähern. So kann es für den einen hinreichend sein, eine Kerze zu Ehren der Ahnen brennen zu haben, für andere darf es etwas gegenständlicher sein – Erinnerungsstücke an die Vorfahren, Symbole, die die Wurzeln repräsentieren, Fotos oder ein Stammbaum. Wichtig ist die Intention: einen Ort zu kreieren, an dem wir eine stabile Beziehung zu unseren Ahnen etablieren können.

Ich selber habe anfangs auf meinem Altar eine Kerze im Glas Tag und Nacht brennen lassen. Ich hatte den Impuls, dieses Licht dauerhaft durch die Generationen schicken zu wollen, als Zeichen dafür, dass meine Ahnen wahrlich eingeladen sind, in meinem Leben wieder Platz einzunehmen. Und nicht nur in den Momenten, in denen ich am Altar verweile. Für mich war die Energie der immerbrennenden Kerze, des immerwährenden Lichts sehr hilfreich und kraftvoll – das Licht schicken durch all das Trauma und die Abgeschnittenheit bis hin zu dem Punkt, an dem die Ahnen noch heil und verbunden waren. So habe ich dann auch meinen Ahnen-Guide getroffen. Ich stand an meinem kleinen Altar und öffnete mein Herz für meine Ahnen.
Ich sah das Geflecht der Linien, aus denen ich geworden bin, vor mir und es berührte mich zutiefst zu sehen, wie viele Menschen an meiner Entstehung beteiligt waren. Ich dankte allen. Dann legte ich meinen Fokus auf das Licht, welches ich mit der Kerze schon seit Tagen schickte und vor meinem inneren Auge folgte ich einer der Linien, immer dem Lichtimpuls nach. Meine Reise endete ca. 1400 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Ich traf auf einen älteren Mann mit grauem Bart, der für mich eine immense Weisheit ausstrahlte. Er war noch vollkommen eins mit sich und der Natur und verbunden mit seiner Spiritualität. In dem Moment, wo ich ihn wahrnahm, spürte ich nichts außer Liebe und das Gefühl, endlich jemanden gefunden zu haben, den ich schon so lange suchte.
Es fühlte sich so an, als ob ein Teil von mir buchstäblich wieder „angeknipst“ wurde. Durch ihn hatte ich die Möglichkeit, Zugang zur wahren Kraft dieser Ahnenlinie zu bekommen. Ich konnte die Weisheit spüren, die über die Jahrtausende verdrängt wurde, und eine Klarheit und Verbundenheit, die in Zeiten von Angst und Verfolgung gewichen waren. Es war eine sehr berührende Begegnung und seit ich ihn kenne, hat er mich auch nicht mehr verlassen.

Wir alle haben Ahnen-Guides, es sind die Ahnen, die vor dem Trauma existierten und das gesamte Potential einer Linie repräsentieren. Und so, wie wir geflochten sind aus unzähligen Strängen von Ahnenlinien, so gibt es auch mehrere Ahnen-Guides, die sich uns zeigen können. Die Verbindung mit meinem Ahnen-Guide hat mich nachhaltig geprägt, ich habe Zugang zu etwas bekommen, was mir zuvor verschlossen war. Das Schöne daran ist: Wir alle können diesen Kontakt etablieren, denn wir alle haben Ahnen.

Und so kann der Einstieg in die Ahnenarbeit ganz einfach und leicht sein, geführt von unserer Intention und dem Wissen, dass unsere Ahnen immer da sind. Sie warten nur darauf, wieder mit uns in Kontakt zu kommen. Eine Frau fragte mich mal, ob es denn nicht überwältigend sei, denn es gäbe ja quasi einen Gesprächsstau nach all der Zeit. Ich habe es eher als eine Welle der Freude und Dankbarkeit erfahren, dass die Verbindung wiederhergestellt wurde. Seitdem ich mit meinen Ahnen kommuniziere, hat sich mein Leben verändert – innerlich sowie äußerlich. Ich fühle mich tiefer verbunden als je zuvor und treffe andere Entscheidungen. Ich habe Zugang zu einer Weisheit, die größer ist als ich und gleichzeitig meine eigene. Unsere Ahnen warten nur auf uns. Ich habe erkannt, dass ich wahrlich das Resultat der Gebete meiner Ahnen bin. So wie jeder Einzelne von uns. Es ist Zeit, das zu verkörpern und selber eine gute Ahnin zu werden.

Aktuelles Buch im Arkana-Verlag: „Du bist die Antwort auf deine Fragen“. Mithilfe einer kraftvollen Mischung aus Zeremonien und Übungen zu Ahnenheilung, Energiearbeit und Mindset-Change begleitet uns Kaja Andrea Otto auf eine transformierende Reise. Das Potenzial in uns erwacht. Und plötzlich wird es ganz leicht, uns mit der Kraft unserer ureigenen Lebensvision zu verbinden. Erhältlich auch unter: www.mondhaus-shop.de

Wie keine andere verbindet Kaja Andrea Otto alte indigene Weisheiten mit modernem Wissen. Ihr Ziel ist es nicht, die Vergangenheit wieder zu holen, sondern die Weisheit wieder zu beleben, die uns ein Wegweiser für die Herausforderungen der jetzigen Zeit sein kann. Das emotion Magazin nennt sie „Eine der wichtigsten intuitiven Influencer“, die GRAZIA eine der „wichtigsten Modern Mystics“ und für GUIDO „… eröffnet sie den Weg in eine neue Welt“. 2018 war Kaja Andrea Top 10 Nominierte in der Kategorie „Frau der Stunde“ des emotion-Award. In den letzten 10 Jahren hat sie vor knapp 10.000 Menschen gesprochen oder mit ihnen auf Events Wissen & Weisheit geteilt. Kaja hat das Leben von mehr als 1000 Frauen in 1:1 Sessions verändert und mehr als 60 Circle in Europa und den USA gehalten.

 

Informationen zum Bild (ganz oben): Die Externsteine sind eine markante Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald und als solche eine herausragende Natursehenswürdigkeit Deutschlands, die unter Natur- und Kulturdenkmalschutz steht. Die Felsen sind vom Wiembecketeich und von einer parkartigen Anlage umgeben. Die Externsteine liegen im Gebiet der Stadt Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen. Ihnen werden besondere kulturgeschichtliche Bedeutungen zugeschrieben.

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