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    Fernweh nach Stille

    Liebe Leser des ENGELmagazins, liebe Engel-Fans,ihr wünscht euch Ruhe? Egal wie laut es ist, die Stille ist immer in euch.

    Am Fenster düst ein Auto nach dem anderen vorbei. Im Büro telefonieren immer zwei Kollegen auf einmal. In jedem Supermarkt spielt Musik. Deine Mutter erzählt dir am Telefon stundenlang Romane aus ihrem Leben und dem des halben Dorfes, der Nachbarhund bellt, die Kinder rennen und schreien durch die Wohnung, der Fernseher brüllt den Jubel der Fußballfans ins Wohnzimmer. In der Sauna ratschen zwei Freundinnen lautstark.

    Es ist zu laut. Überall. Ständig.

    Wie soll man Ruhe im eigenen Kopf bewahren, wenn man ununterbrochen beschallt wird? Ja, das ist die Kunst, ich weiß. Schließlich ist es einfach, an einem stillen, einsamen Ort die Ruhe zu finden. Doch schließlich kann man sich ja nicht sein halbes Leben in einer Höhle im Wald verkriechen, um seine Ruhe zu haben. Irgendwie muss das doch auch im lauten Alltag gehen. Haemin Sunim ließ sich als Werbung für sein Buch meditierend am pulsierenden Time Square fotografieren.

    Wo kriegen wir also die Stille und Ruhe her, wenn wir nicht ständig davon abhängig sein wollen, ob der Nachbar gerade die Kreissäge anschmeißt oder nicht? Es gibt diesen Ort der Stille in uns. Wir können ihn jederzeit aufsuchen – wenn wir nicht vergessen haben, dass es ihn gibt. Die Reise dorthin dauert nicht lang. Wir können uns mit etwas Übung fast dahin beamen. Du warst sicherlich schon einmal an einem Platz, der deinem Bedürnis nach Ruhe und Weite absolut entsprochen hat. Stell dir diesen vor, er ist noch da. In dir. Immer und jederzeit erreichbar. Sogar wenn dich dein dauernörgelnder Chef gerade einmal wieder zur Schnecke macht.

    In diesem Sinne,

     

     

     

    Jessica Hirthe

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