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    Peter Zörner: Gibt es Engel um uns herum?

    Haben Sie wirklich noch nie einen Engel gesehen? Nein? Dann wird es Zeit, in Ihrem Leben die Augen öffnen, denn die Engel sind unter uns. Abgesehen von den Schutzengeln, die uns so lange begleiten, bis wir nach Ablauf unserer Lebenszeit dann doch in den Himmel abberufen werden, gibt es viele Engel im Leben um uns herum.

    Wie oft haben Sie schon den Satz gehört oder selbst gesagt: „Du bist ein Engel.“ Ihr Unterbewusstsein hat diese Engel längst bemerkt, aber Ihr Bewusstsein hat sich dagegen gesträubt, denn wo war der Engel, den man von Bildern her kennt, der Engel mit den Flügeln? Die gibt es vielleicht im Universum, aber die Engel auf der Welt sind überall um uns herum. Dort, wo wir arbeiten und oftmals kleine Teufel um uns haben in einer Zeit,
    in der Mobbing schon zur Tagesordnung gehört, ist vielleicht ein kleiner Engel da, der uns dann zur Seite steht, wenn es bedrohlich wird. Es kann der Pförtner sein, der seit Jahren gelassen seinen Job macht oder die Reinemachefrau, die das Büro sauber hält und durch nette Worte kurz vor Feierabend ihre Menschlichkeit zeigt. Oder es gibt die beste Freundin oder den besten Freund, der eine „Engelsgeduld“ mit Ihnen hat. Und es gibt Orte, wo man die Gegenwart der Engel zu spüren glaubt. So wie im Restaurant „Bei Angelo“, in dem
    kleinen Ort Pieve in Italien:

    Bei Angelo

    Es gibt Orte im Leben, da glaubt man, dass dort früher die Engel wohnten oder dass dieser Ort immer noch von Engeln umgeben ist. Einer davon befindet sich in Italien, in einem wunderschönen Ort namens Pieve. Es ist ein kleines Restaurant mit dem Namen „Angelo“, auf den ersten Blick eines wie andere schöne Restaurants in Italien. Aber bei näherer Betrachtung hat man dort eine ganz besondere Nähe zu den Engeln. Kein Wunder, denn wir alle wissen, „Angelo“ heißt nichts anderes als Engel.
    Schon als ich vor Jahren das erste Mal dieses kleine Lokal betrat, hatte ich – ohne an den Namen des Lokals überhaupt zu denken und seine Bedeutung zu realisieren – gemerkt, dass dort eine besondere Aura war. Und bei meinem ersten Abendessen in diesem Lokal war es, obwohl das kleine Lokal voller Menschen und es auch nicht leise war, für mich ein Ort der Ruhe und Geborgenheit. Ich fühlte mich wohl an diesem Ort, wo ich Ruhe finden und dennoch das Leben spüren konnte. Die Hektik des Alltags – sie war plötzlich verschwunden.

    Und immer wieder hatte ich hier schöne Begegnungen mit Menschen, die man mit Engeln vergleichen könnte – so auch an einem besonderen Abend, als ich zum ersten Mal mit den Schweizern in diesem Lokal war und Angelo am Schuss des Abends wunderbare Musik spielte; er sang mit Leidenschaft und es war so, als wäre der Raum voller Engel. Ich spürte sie, dachte über viele Dinge des Lebens nach und hatte Kraft getankt. An diesem Abend beschloss ich, ein Jahr später dort meinen Geburtstag zu feiern.
    Und so hatte ich für diesen Termin meine besten Freunde eingeladen. Viele von ihnen hatte ich schon jahrelang nicht mehr gesehen und für 20 Gäste hatte ich Platz in diesem Lokal. Monate lang hatte ich mich darauf gefreut. Leider war einige Monate zuvor meine Mutter doch sehr plötzlich verstorben und ich hatte eigentlich gar keine Lust mehr auf dieses Fest.
    Ihr Tod war nun gerade fünf Monate her. Aber ich wollte erstens meine Freunde nicht enttäuschen und zweitens musste das Leben doch weitergehen. So nahm ich allen Mut zusammen – und dann war es irgendwann so weit, der Tag war gekommen. Ich hatte ein Bild von Mutti im Gepäck dabei; eigentlich hätte sie bei dem Fest mit dabei sein sollen. Wie ich sie kannte, wäre sie ja sowieso wieder nicht mitgefahren, eine Ausrede hätte sie schon parat gehabt. So musste sie halt nun im Handgepäck mitreisen.
    Der Tag kam nun. Vorher hatte ich noch die Menübesprechung mit Angebot. Angelo hatte sich etwas Tolles ausgedacht.

    Das Lokal war sehr schön eingedeckt und überall brannten Kerzen, die Gäste unterhielten sich beim Aperitif rege und es war so, als hätte ich viele von ihnen erst gestern das letzte Mal gesehen. An einem kleinen Tisch im Restaurant stellte ich das Bild von Mutti auf und legte ein paar Blumen rundherum. Die Gäste kannten ja alle Mutti aus guten alten Zeiten, wo wir im Haus Partys machten und das Leben genossen hatten. Der Abend nahm seinen Lauf, das Essen war vorzüglich und Angelo spielte an diesem Abend extra für mich.
    Und siehe da, die Trauer um Mutti war nicht mehr so intensiv zu spüren, die Engel – sie trugen mich auf ihren Händen. Ich konnte fröhlich sein und es wurde mir leichter ums Herz.
    Ich könnte noch viele schöne Geschichten erzählen über „Angelo“, das kleine Lokal in Pieve am Lago di Garda. Aber ganz gleich, was ich erzählen würde, man muss dort selbst diese Energie spüren – ob es da die Frau war, die Ihren 60. Geburtstag feierte und plötzlich ganz ausgelassen wurde und allen Leuten zurief: „Das Leben ist so schön!“ oder die vielen netten Menschen, die an Nebentischen saßen und plötzlich mit uns wunderbare Gespräche führten. In diesem kleinen Lokal, bei Angelo, sind Engel; sie sind da, auch wenn wir sie nicht sehen, und diese Engel gehören zu uns.

    Und immer, wenn ich dort bin, finde ich Ruhe, Geborgenheit, bin glücklich und zufrieden und merke erst, wie wenig man eigentlich zum Glücklichsein braucht. Danke, liebe Engel, danke Angelo, dass es Euch gibt!

    Die Geschichte stammt aus dem Buch von Peter Zörner: „Die Engel sind da, 23 Engelgeschichten“. Mit einem Teilerlös wird das Projekt „Filippas Engel“ unterstützt.
    Mehr Informationen: www.peter-zoerner.de

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