More

    Stefan Trumpf: Begegne dem Göttlichen!

    Wenn man das Wort „Beziehung“ hört oder liest, lenkt man den Fokus oft automatisch auf das, was eigentlich Partnerschaft bedeutet, also die Beziehung zweier Liebenden miteinander. Dass es aber noch sehr viel mehr Beziehungen im Leben gibt, fällt einem erst dann auf, wenn man noch einmal über den Begriff an sich nachdenkt.

    Aber auch, wenn man den Gedanken an die Partnerschaft in den Hintergrund treten lässt.

    Wir wollen heute den partnerschaftlichen Beziehungsbegriff einmal ausklammern und stattdessen allgemein über die Kraft der Beziehung sprechen. Insbesondere möchte ich über die Beziehung sprechen, die für mich persönlich die wichtigste Beziehung darstellt, die Beziehung zu dem, was so viele Namen hat und doch nicht benannt werden kann. Ich spreche von der Beziehung zur feinstofflichen Ebene, zum RAUM, dem Göttlichen oder welchen Begriff Du auch immer dafür verwenden möchtest. Dazu gleich mehr.

    Sprechen wir zunächst über Beziehungen im Allgemeinen. Warum gestalten sich manche Beziehungen, insbesondere die zu anderen Menschen, als so schwierig? Vielleicht liegt es daran, dass man sich in Beziehungen zu etwas oder jemanden in Bezug setzt. Das bedeutet, ich möchte etwas haben, ich möchte etwas bekommen, etwas beziehen. Worüber sich oft sehr wenig Gedanken gemacht wird, ist die Tatsache, dass mein Gegenüber – wenn wir von Beziehungen zu Menschen sprechen – ja dieselben Voraussetzungen hat wie ich. Also möchte auch mein Gegenüber etwas von mir „beziehen“. Das kann alles Mögliche sein, ganz daran ausgerichtet, auf was für einer Grundlage diese Beziehung beruht.
    In einer geschäftlichen Beziehung kann es der Austausch von Gütern gegen Geld sein, von Dienstleistung gegen eine andere Dienstleistung oder was auch immer. Wir sehen anhand dieses Beispiels wunderbar, dass es in Beziehungen offenbar auch um Austausch geht.

    In den vielen Jahren, in denen ich Menschen an meinen Lehrveranstaltungen oder Retreats begegne, habe ich gelernt, dass vielen Menschen nicht klar ist, dass Beziehungen, um funktionieren zu können, beidseitig sein müssen. Sie müssen ausgewogen sein, ein stetes Geben und Nehmen, wobei beide Seiten ausgewogen geben und nehmen sollten. Um das gewährleisten zu können, sollten sich beide Parteien in einem Verhältnis zueinander befinden, das ausgeglichen ist und bei dem sich das, was gegeben wird, und das, was genommen wird die Waage halten. Ich spreche hier keineswegs nur von Geld. Es geht oft einzig und allein um den „Wert“, den mein Gegenüber dem beimisst, was ich zu geben habe.

    Pflege ich grundsätzlich eine Denkweise, die eher auf Mangel ausgerichtet ist, wird mir das, was von meinem Gegenüber kommt, vielleicht zu wenig erscheinen, und nicht weniger oft werde ich vielleicht sogar übersehen, dass auch ich in der Pflicht des Gebens bin, wenn ich die Beziehung ausgewogen halten möchte. Für diese Art des Denkens mag es Gründe in der Kindheit geben, die mich haben lernen lassen, dass ich eigentlich immer zu kurz komme, oder es nie genug ist, wovon auch immer.

    Viele Menschen sehen sich enttäuscht und sind traurig, wenn sie aus ihren Beziehungen nicht das erhalten, was sie sich erhoffen. Manche fühlen sich ausgenutzt, weil sie das Gefühl haben, stets zu geben und viel zu wenig zu empfangen. Und das ist die Crux an Beziehungen. Wir sind meist von einer Erwartungshaltung erfüllt, die dann enttäuscht wird, wenn mein Gegenüber sich nicht so verhält, nicht das gibt, was ich mir erwarte oder erhoffe. In solchen Fällen lässt mich eine Beziehung dann leer und ausgebrannt zurück, wenn es sich um eine persönliche Beziehung handelt; handelt es sich um eine geschäftliche Beziehung, bin ich möglicherweise schlicht pleite.

    Es gilt also, Beziehungen ganz genau im Auge zu behalten und insbesondere bei mir selbst zu schauen, ob ich die richtigen Voraussetzungen bei und in mir geschaffen habe, dass diese fruchtbar und kräftigend sein können. Und genau das ist es, warum ich meine Beziehung zur feinstofflichen Ebene so erfüllend finde.
    Das Universum, der Kosmos, das Göttliche, dieses Feld, das wir nicht durch Begrifflichkeiten in eine Schublade zwängen sollten, ist eine unerschöpfliche, nie versiegende Quelle. Es wirkt wie ein Spiegel, der mir genau das gibt, was ich hineingebe. Ich selbst spreche in diesem Zusammenhang vom RAUM, denn in erster Linie ist das, was wir Universum nennen würden, tatsächlich das: RAUM. Mikrokosmos & Makrokosmos sind dabei tatsächlich EINS und wir selbst werden davon nicht nur umgeben, sondern ganz und gar durchdrungen. Das bedeutet, dass wir und
    alles, was ist, durch diesen RAUM verbunden sind. Alle Gedanken, Gefühle, Ideen und Informationen sind in diesem RAUM in einem riesigen Feld enthalten und wir stehen in ständigem Austausch damit. Dieser Austausch findet statt, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Betrachten wir das, was wir eingangs über Beziehungen gesagt haben, nämlich dass ein wesentliches Merkmal von Beziehungen der Austausch ist, wird uns klar, dass wir immer und zu jeder Zeit in einer Beziehung mit dem RAUM leben, und damit zu allem, was existiert. Es gibt nichts, wozu wir durch den RAUM keine Beziehung hätten. Ist man sich dessen bewusst, verliert sich möglicherweise das Gefühl des Alleinseins, oder ich formuliere ihn um in das, was es tatsächlich bedeutet: All Eins Sein.

    Mir ist unter anderem dieser Punkt vor einigen Jahren in einer Meditation sehr deutlich geworden. Mir wurde klar, dass ich stets mit allem verbunden sein würde was ist, und dass zu allem eine Beziehung besteht. Das Bewusstsein aller Menschen ist verbunden, es ist EINS. Wir werden von bewusstem Sein durchdrungen, das durch jede Erfahrung, jeder Gedanken, jedes Gefühl lernt und sich verändert. Es ist der gro­ße Beobachter in uns, der neutral und ohne Erwartung durch unsere Augen blickt. Der menschliche Faktor in uns, der sich in Ego und Verstand ausdrückt, steht zu diesem Beobachter in Beziehung. Oft ist es eine sehr konfliktbeladene Beziehung, denn das Ego möchte so gerne der dominierende Faktor sein.

    Den ganzen Artikel lesen Sie im ENGELmagazin Mai/ Juni 2022.

    Stefan Trumpf – Einfach sein – Just Be!
    Trainer, Autor & Sprecher
    www.thespiritualpunk.com
    Mein neues Buch „Inspirationen“
    ist jetzt erhältlich! Auch unter:
    www.mondhaus-shop.de

    Engelwege

    Karl Horat: Die Hand des Engels

    Die Hand des Engels Sertão im Hinterland von Brasilien: Tausende Quadratkilometer Trockensteppe, Sand, Staub, Dornbüsche u

    Meist gelesen