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    Daniela Hutter: Das Glück, frei zu leben

    In letzter Zeit begegnet Daniela Hutter in ihrer Arbeit immer öfter der Begriff „Freiheit“. Menschen sprechen über ihre Sehnsucht nach Freiheit, reden davon, dass sie Angst haben, einen Teil ihrer Freiheit zu verlieren. Was genau sie damit meinen, wird mir nicht immer klar. Zudem zeigt sie uns auch Rituale für mehr Freiheit.

    Was bedeutet Freiheit? Tun und lassen zu können, was man möchte? Das gilt sicher nur bis dahin, wo diese Freiheit schrankenlosen Tuns die Freiheit anderer nicht beeinträchtigt. Mir ist wichtiger, wenn ich an Freiheit denke, selbst entscheiden zu können, wie ich leben möchte. Aber diese Entscheidung hat keinen grenzenlosen Freiraum, sondern muss sich immer an Rahmenbedingungen orientieren: Ich muss Rücksicht nehmen auf Kinder und Partner, vielleicht sind da sogar meine Eltern, die Pflege brauchen. Offensichtlich schrumpft der Raum für meine Entscheidungsfreiheit, je mehr Menschen Teil meines Lebens sind.

    Die Praxis lehrt: Wie so vieles ist auch meine persönliche Freiheit relativ. Sie hat Grenzen – und zwar immer dort, wo es gilt, auf andere Rücksicht zu nehmen.
    Aber sollte man nicht unterscheiden zwischen äußerer und innerer Freiheit? Wenn wir im Außen immer wieder Begrenzung finden, ist es dann die innere Freiheit, nach der wir suchen dürfen oder sogar suchen sollen?

    Freiheit ist als Begriff also sehr komplex – aber eben auch sehr individuell. Eine meiner Grundüberzeugungen ist, dass ich nichts im Außen finden kann, was ich nicht zuvor in mir trage. Dem zufolge beginnt Freiheit für mich mit meinem inneren Erleben. Unfrei machen mich dort nur die Limitierungen, die Begrenzungen, dich ich mir mit meinem Verstand selbst ziehe, die dann mein Handeln prägen und mich als ungeliebte Muster begleiten. Und da ahne ich nun: Innere Freiheit geht wohl Hand in Hand mit Selbstverantwortung. Regelmäßige Selbstreflexion ist unabdingbar: Wie erlebe ich mich? Wo begrenze ich mich? Wo gebe ich Selbstbestimmung ab? Hier sind immer ehrliche Antworten gefordert. Gerade weil oft leichter fällt, über Unfreiheit zu klagen und die Verantwortung für ein ungutes Lebensgefühl, anderen zuzuschreiben.­­

    „Frei sind wir nie, aber immer freier können wir werden“, hab ich als Zitat irgendwo gelesen und mir vor Jahren in mein Diary geschrieben. In den folgenden Übungen zeige ich dir auf, wie ich das Gefühl von Freiheit zelebriere und lebe.

    Und wenn du noch mehr Ideen/Anregungen für Freiheit hast, freue ich mich, wenn du mir davon erzählst: info@danielahutter.com.

     

    Rituale für Freiheit

    Eine Sache der Einstellung?
    Wenn ich mich im Gefühl von Unfreiheit erlebe oder mich beschwere, dass ich „unfrei“ bin, dann habe ich mir angewöhnt, es anzusehen unter dem Aspekt: „Ist das wirklich so?“. Die persönliche Reflektion ist mir in solchen Situationen wertvolle Unterstützung.
    So betrachte ich das Gefühl der Unfreiheit genau unter diesem Aspekt. Ist es wirklich so, dass ich unfrei bin? Oder kann ich die Situation verändern? In den meisten Fällen könnte man sie verändern – denn warum einen ungewünschten Job machen? Oder kein Mensch zwingt mich mit vorgehaltener Pistole irgendeine Handlung zu machen. Unbewusst treffe/traf ich Entscheidungen dafür: Ich mache den Job, weil ich das Geld für die Miete brauche. Ich tue dieses oder jenes, weil ich „JA“ zu den Rahmenbedingungen sage.
    Diese Betrachtensweise erinnert mich zumindest ein Stück weit an mein Freiheit – ich hätte es auch anders wählen können. Aber es ist meine Lebenssituation, die mich zu einer Entscheidung führte – oder eben auch nicht.

    „Ich kann ja eh nichts ändern.“
    Wenn man unsicher ist, dann fühlt man sich oft auch ohnmächtig. Die Opferrolle ist nah. „Ich kann ja eh nichts ändern“, lautet dann der Seufzer, der das Gefühl der (scheinbaren) Unfreiheit ausdrückt. Die Wahrheit ist, IRGENDETWAS können wir im Moment immer ändern – ich frage mich dann einfach, was kann ICH jetzt tun, und wenn es nur ein Mini-Schritt, eine Mini-Handlung ist … damit ich mich anders fühle? Und mit diesem Gedanken „verpflichte“ ich mich auch immer – es dann auch tatsächlich zu TUN, damit sich der Moment des Erlebens verändert.
    Je öfters man so handelt, umso weniger stark ist das Gefühl, dass ICH nichts verändern kann. Und wenn ICH etwas verändern kann, denn bin ich nicht mehr unfrei.

    Die Gedanken sind frei
    In der Tat mag es manchmal so sein, dass wir im Außen eine Situation nicht unmittelbar verändern können – gerade wenn da auch andere Beteiligte sind. Manchmal braucht es Geduld und Gelassenheit.
    Aber meine Gedankenwelt, die gehört mir! Meine Gedanken sind immer frei. Und dort bin ich es, die die Freiheit hat zu entscheiden. So erlaube ich mir in unangenehmen Situationen ganz bewusst die innere Gedankenreise, den inneren Tagtraum – oder auch das Luftschloß. Das darf durchaus eine kleine Flucht aus der Situation sein und ich kreiere mir meinen eigenen Film, wissentlich – es ist Fantasie. Aber mit dem Auftrag, diese Fantasie zu genießen und dass sie mir bessere Gefühle vermitteln darf. Damit verändert sich die „Chemie“ im Körper und im realen Erleben schenkt es mir eine Schubkraft, um meine Reaktion zu verändern, schenkt mir oft einen Impuls einer Idee etwas zu Tun – und all das ist ein Schritt in Richtung mehr Freiheit auch im Alltagserleben.

    Last but not least …
    ein wichtiger Impuls für dein Gedanken-Mindset. Wenn wir immer nur funktionieren, die Vorstellungen und Erwartungen der anderen erfüllen, wenn unser Umfeld mit unserer Zuwendung und Aufmerksamkeit immer vorangereiht wird – wir uns selber immer zurückstellen. Dann kann gut sein, dass sich ein Gefühl meldet, das fehlende Freiheit reklamiert.

    Deshalb empfehle ich immer – gut auf SICH zu achten und Rituale zu pflegen, die die SELBSTLIEBE fördern und die „Zeit für sich“ immerwieder in den Mittelpunkt stellen.

     

    Mehr Unterstützung und Rituale von Daniela Hutter
    zu den Themen des Alltags: „Das Yin-Prinzip – Entdecke deine weibliche Essenz“; erschienen im Goldmann-Verlag.
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