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    Daniela Hutter: Innere Gelassenheit leben

    In Zeiten wie diesen ist man als Autorin ja meistens beim Schreiben sehr, sehr oft dazu verleitet worden, Artikel mit den Worten zu beginnen „in Zeiten wie diesen …“ und mit dem Thema, über das unsere Autorin Daniela Hutter an dieser Stelle hier schreiben möchte, insbesondere: „In Zeiten wie diesen ist es Gelassenheit, die …“

    Aber dann halte ich inne. „Gelassenheit“ – braucht es sie tatsächlich nur jetzt, da unser Leben ständig wechselnden Bedingungen ausgesetzt? Wie war das eigentlich früher, zu Zeiten, als Corona nicht mehr als ein Fremdwort war?

    Nun, Gelassenheit war schon immer ein zuverlässiger Begleiter durch anstrengende oder stürmische Zeiten. Damals, als meine Kinder noch sehr klein waren und die Nächte unruhig und die Wohnung unaufgeräumt. Oder in den Anfangsjahren meiner Ehe, als es galt, zwischen den Ansprüchen der Partnerschaft und den elterlichen Aufgaben eine Balance zu finden. Oder später, als in den Schuljahren der Kinder so manch blauer Brief der Schule für Aufregung sorgte. Oder als die wechselnden Schwiegersöhne und Schwiegertöchter in spe als die „jeweils Besten“ vorgestellt wurden, man es als Mutter von Anfang an erkannte, dass dem nicht so sein wird, aber es nie hätte sagen dürfen und man stets gute Miene machte. Ja, immer dann war Gelassenheit gefordert. Wie oft hat sie meinen Alltag gerettet!

    Und heutzutage ist das nicht anders. Mehr noch: Gelassenheit ist aktuell als Haltung im Leben wertvoller denn je. Aus einer Metaebene betrachtet meine ich, diese aufgeregten Zeiten „wollen auch dienen“ – nämlich der Entwicklung der Menschen. Die Gesellschaft und das Miteinander brauchen Veränderung. Und was könnte mehr Gelassenheit brauchen als Veränderung?

    Gelassenheit ist für mich auch ein Akt der Selbstfürsorge. Es tut mir immer gut, innerlich ruhig zu bleiben und die Situation (zumindest für den Moment) so anzunehmen, wie sie ist. Ich erzeuge in mir keine zusätzliche Aufregung über die Situation. Ich „lasse sie einfach sein“. Gelassenheit unterstützt auch mein Miteinander mit den Menschen, die in meinem Alltag sind. Nicht immer kann ich sie verstehen, ihre Haltung akzeptieren oder bin gar mit ihnen einer Meinung. Das ist es aber auch nicht nötig. Wir Menschen haben gemeinsam, dass wir verschieden sind. Wesentlich ist, wie wir uns in dieser Unterschiedlichkeit liebe- und verständnisvoll begegnen. Das heißt aber nicht, dass ich alles ohne Einschränkung akzeptiere, was mir nicht gefällt. Ich begegne der Situation im ersten Moment nur so, wie sie sich mir zeigt. Ich belasse sie erst mal und bleibe dennoch in einer bewussten und präsenten Haltung, achtsam und aufmerksam, und ich warte gelassen auf den Moment, in dem ich meinen Beitrag leisten kann.

    So möchte ich dir nachfolgend ein paar Impulse geben, wie du mehr Gelassenheit in dein Leben bringen kannst. Und du wirst sehen, wie dir Gelassenheit hilft, selbst in herausfordernden Situationen die Dinge konstruktiv zu betrachten und dabei mit der eigenen Schöpferkraft verbunden zu bleiben.

    Kenne deine Grenzen
    Werden unsere Grenzen in irgendeiner Weise überschritten, führt das nicht selten dazu, dass wir uns innerlich unter Druck fühlen und in irgendeiner Weise die Haltung der Gelassenheit verlieren. Wenn wir nicht rechtzeitig früh auf unser Gegenüber reagieren und ein Zeichen geben, kann es schon passieren, dass wir unangemessen reagieren.
    Regelmäßige Reflektion meines Alltags, der Situationen und Begegnungen unterstützt mich, mich und meine Reaktionsmuster besser kennenzulernen. Ich analysiere dabei immer, „an welcher Stelle ES passierte“. Damit lerne ich mich nicht nur besser kennen, sondern werde auch wacher gegenüber den Momenten, wenn ES wieder geschieht und lässt mich dann entsprechend anders reagieren. Gelassen eben.
    Der Gegner von Gelassenheit – Angst
    Wenn wir uns in einer Situation wiederfinden, die wir nicht kennen, deren Ausgang ungewiss ist, reagieren wir nicht selten mit Angst. Und Angst erzeugt Druck und unterstützt Reaktionsmuster, die der Gelassenheit keinen Raum geben.
    In der Technik des Meridiansklopfens kennt man die zwei Nierenpunkte. Sie befinden sich unterhalb des Schlüsselbeins als zwei Grübchen, dort kannst du in einer Akutsituation den Punkt mit dem Daumen und Zeigefinger sanft massieren und zum Beispiel eine ähnliche Affirmation wie „Ich bin Schöpfer*in meines Lebens und wähle Mut und Gelassenheit“ innerlich rezitieren. Dann tief ein- und ausatmen und mit dem Ausatmen das Gefühl, das die Angst begleitet, ausatmen. So entsteht innnerer Raum für mehr Gelassenheit.
    Halte Inne
    Du kennst es bestimmt auch, wie es sich anfühlt, wenn man in einer akuten Situation ist, und man merkt „jetzt platzt mir gleich der Kragen“. In diesem Moment unterstützt das bewusste Innehalten und durchatmen, dazu formuliere ich dann innerlich Sätze wie „Ich nehme gelassen hin, was ich nicht verändern kann“ oder „ich übe mich in Gelassenheit“.
    In der Technik des Meridiansklopfens kennt man den Punkt Nr. 4. Er befindet sich in der Mitte oberhalb der Oberlippe, dort kannst du in einer Akutsituation den Punkt sanft klopfen und zum Beispiel eine ähnliche Affirmation wie „Ich bleibe ruhig und gelassen“ innerlich rezitieren. Dann tief ein- und ausatmen und mit dem Ausatmen die innere Aufgeregtheit ausatmen.
    Gelassenheit gibt dir die Sicht auf das Ganze
    Die bewusste Entscheidung aus sich selbst heraus unterstützt Gelassenheit. In einer „geladenen Situation“ ist unser Blick zu oft eng. Wir verlieren dann gerne die Sicht auf das Ganze und übersehen auch die Möglichkeiten. Es ist ein Lebensprinzip der Schöpfung, das uns stets die Fülle umgibt. So ist es auch mit herausfordernden Situationen.
    Es gibt immer viele Wege, aus einer Enge wieder herauszukommen und damit auch viele  Möglichkeiten, die Situation zu verändern
    So atme in einer solchen Situation zunächst bewusst durch, erinnere dich an das „Feld der Möglichkeiten“ – nimm dir etwas zu schreiben und notiere dir wenigstens 5, besser mehr, Optionen und  erkenne die Vielfalt darin. Ich bin überzeugt, dass lässt dich dann wieder gelassener sein.
    Erste-Hilfe-Tipps für Gelassenheit
    1. Bei der nächsten Aufregung: Trinke ein Glas Wasser und spüle deinen Ärger bzw. Aufregung (zunächst) einfach weg.
    2. Bleibe ruhig. In Situationen, wo uns die Gelassenheit verlässt hilft zunächst nichts zu sagen, kein Wort. „Ruhig“ zu bleiben, im wahrsten Sinne des Wortes, so kann die Ruhe als Gelassenheit zurückkehren.
    3. Humor hilft. In vielen Situationen des Lebens ist Humor eine „Geheimwaffe“ und sich daran zu erinnern. Einen Joke zu machen und der Situation damit den Ärger zu nehmen. Ein Lachen zu schenken hebt die Glückshormone und schafft für die innere Gelassenheit freie Bahn.
    4. Bete. Vor allem dann, wenn sich die Aufregung über längere Zeit in deinem Leben ausbreitet, kann es unterstützen, bewusst einen „heiligen Platz“ aufzusuchen, z. B. eine Kapelle oder auch zu Hause den Alter, eine Kerze anzuzünden und das innere Anliegen an die „höhere Macht“ zu formulieren und zu übergeben.

    Mehr Unterstützung und Rituale von Daniela Hutter zu den Themen des Alltags: „Das Yin-Prinzip – Entdecke deine weibliche Essenz“; erschienen im Goldmann-Verlag. Yin-Karten-Set der neuen Weiblichkeit (erhältlich unter www.danielahutter.com)

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