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    Jana Haas & Peter Michel: Jede Seele ist in der Liebe zu Hause

    Jede Seele ist in der Liebe zu Hause. Zwei Menschen treffen sich am Bodensee – und erleben eine Begegnung von Herz zu Herz. Die beiden Autoren Jana Haas und Peter Michel tauschen sehr persönliche Erlebnisse ihres jeweiligen Lebensweges aus. Die beiden sprechen unteranderem über Mystik, Spiritualität und auch über Esoterik.

    Sie beschreiben die verschiedenen Stationen des Weges nach innen und die Prüfungen, welche die Suchenden erwarten. Sie überraschen sich gegenseitig mit Erfahrungen in dieser und in anderen Welten und dürfen erkennen, dass hinter allem Unterschiedlichen eine verborgene, alles verbindende göttliche Ordnung der Liebe waltet. Diese ordnende Kraft wirkt auch durch die machtvollen Elementarwesen in der Natur und durch die unbeschreiblich herrlichen Wesenheiten aus dem Engelreich.

    Jana Haas: Jede Seele ist in der Liebe zu Hause. Was mag das für uns als Seelen konkret im Diesseits wie auch im Jenseits bedeuten? Manche Menschen, die ein egoistisches, atheistisches Weltbild leben, sind ja davon überzeugt, sie könnten auf Erden leben, wie sie wollten. Es gäbe später niemanden, der Rechenschaft einfordere, nach Verantwortung oder Karma frage. Was sagt man solchen Menschen?
    Peter Michel: Ich glaube, der eine oder andere könnte auf der „anderen Seite“ eine unangenehme Überraschung erleben. Es gibt ein wunderbares Buch eines mittlerweile 93-jährigen Schweizers, der seit Leben lang zu dieser Frage geforscht und ein Werk mit dem Titel „Wie auf Erden – so im Himmel“ geschrieben hat. Der Titel sagt schon viel aus über die wahrscheinliche Gesetzmäßigkeit: Der Mensch wird sich in der jenseitigen Welt genau als der vorfinden, der er auf Erden war – nur ohne physische Hülle.

    Jana Haas: Das entspricht genau meinen Wahrnehmungen!
    Peter Michel: Ein gieriger, eifersüchtiger, gewalttätiger oder neidischer Mensch wird auf der anderen Seite keinesfalls als Heiliger ankommen. Er wird mit Schrecken feststellen, dass ihn sein verwerfliches Erdenleben hier wieder einholt; nur dass er vom Täter zum Opfer mutiert. Er muss sein schändliches Verhalten jetzt selbst erleben und erleiden. Keine schöne Erfahrung. Manche glauben ja grundsätzlich nicht an ein Weiterleben nach dem so unglücklich als „Tod“ bezeichneten Ablegen ihrer physische Hülle. Sie werden in ihrer Verwirrung lange brauchen, bis sie sich überhaupt werden zurechtfinden können. Nicht wenige glauben, sie seien noch „am Leben“ und verharren in ihrer alten Umgebung. Man spricht dann auch von „Erdgebundenheit“.

    Jana Haas: Diese Seelen müssen allmählich lernen, dass das Bewusstsein unsterblich ist.
    Peter Michel: Ja, das Bewusstsein ist unsterblich, selbst wenn es ein ganz übles Bewusstsein ist! Es stellt für solche nicht sehr lichten Seelen ein schwere Prüfung dar, sich schrittweise aus ihrer (seelischen) Dunkelheit herauszuarbeiten. Die Katholische Kirche kennt in Teilen noch das „Gebet für die Verstorbenen“. Das ist eine wertvolle Tradition, die sich neben vielem Fragwürdigen zum Glück erhalten hat.
    Menschen, welche in die andere Welt hineinzublicken vermögen, berichten, dass diese Gebete die Verstorbenen gleichsam wie Lichthüllen umgeben und ihnen mystische Erlebnisse in Grenzerfahrungen so die Möglichkeit eröffnen, ihre dunklen Sphären zu verlassen und in lichtere Ebenen aufzusteigen.
    Lebende und „Verstorbene“ sind ja nur durch eine zarte Bewusstseinsschwelle getrennt; und für viele auf der anderen Seite sind die Lebenden deutlich wahrnehmbar. Dies belegen auch die faszinierenden Forschungen zu „Nachtod-Kontakten“ (vgl. Evelyn Elsaesser, Nachtod-Kontakte, Amerang 2020).
    Wenn man alle vorliegenden Studien zu dieser Frage berücksichtigt, dann scheint es für alle Erdenmenschen äußerst wichtig zu sein, sich zumindest in Umrissen auf die Jenseitswelten einzustellen, damit sie nicht völlig unwissend dort ankommen. Für die Hinterbliebenen ist es ein Segen, wenn sie erkennen, dass ihre lieben Menschen nicht verschwunden, sondern nur einen Schritt weitergegangen sind. Im Gebet oder in der Meditation sind sie für sie immer noch erreichbar! Wenn wir mit unserem Buch dieses Wissen in die Herzen der Menschen legen können, dann haben wir ein gutes Werk getan.

    Jana Haas: Für mich gehören die Mystik und das Wissen um die jenseitigen Welten untrennbar zusammen. Ich habe häufig Kontakt mit Menschen, die in Hospizen arbeiten, und ich frage gelegentlich, wo sie die Kraft hernehmen, sich Tag für Tag mit dem Loslassen zu beschäftigen. Loslassen ist eigentlich leichter als Festhalten – und doch so schwer. Woher nehmen diese Menschen ihre Kraft, jeden Tag dem Tod zu begegnen?
    Peter Michel: … und ihn nicht als Niederlage zu empfinden. Weder als Ärzte noch als Pflegende.

    Jana Haas: Mir sagen die im Hospiz Arbeitenden, dass ihnen gerade jene Menschen, die sie auf der letzten Wegstrecke begleiten dürfen, etwas Besonderes schenken. Sie schärfen ihren Blick für die Gegenwart, für Achtsamkeit, für das Leben im Hier und Jetzt. Man lernt, nichts aufzuschieben auf morgen; denn niemand weiß, wie lange das eigene Leben noch währt.
    Peter Michel: Da geht es auch um die noch „unerledigten Aufgaben“, von denen Elisabeth Kübler-Ross immer wieder gesprochen hat.

    Jana Haas: Ja, und um die Würde des Abschieds. Ich erinnere mich an eine Krankenschwester, die nach einem Übergang immer das Bedürfnis hatte, zuerst das Fenster zu kippen.
    Peter Michel: Damit die Seele ihren Weg suchen kann.

    Jana Haas: Es ist ein Symbol, dass sie in die Freiheit fliegen kann. Natürlich wird die Seele durch materielle Dinge nicht aufgehalten, aber diese symbolische Handlung unterstützt die Seele in der Empfindung, leicht wie ein Vogel zu sein, aufsteigen und sich den feinstofflichen Welten zuwenden zu können.
    Das Ableben in unserer Welt ist ja eine Neugeburt im Geistigen. Ich achte das Leben in den Pflegeberufen als eine Art „bodenständige Mystik“. Es hat mich beeindruckt, als ich bei den alten Mystikern den Satz las: „Lebe stets im Angesicht des Todes.“ Es hat mich so berührt, weil ich ja von Anbeginn meines Weges immer in Kontakt mit den Seelen von Verstorbenen war. Ich habe mich seit meiner Kindheit mit dem auseinandergesetzt, was fälschlicherweise „Tod“ genannt wird. Diese Haltung hat mir in meinen jungen Jahren ein wenig von meiner Lebensfreude geraubt. Ich wollte mich nicht ausschließlich mit dem Tod beschäftigen, weil ich befürchtete, damit könne das LEBEN zu kurz kommen.
    Ich habe mich dann intensiv mit mystischer Literatur befasst, auch mit jener, in der Hellsichtigkeit keine prominente Rolle spielt, weil ich mich davor schützen musste, dass nicht ständig Verstorbene durch mich hindurch schwangen, weil sie mein Licht mit dem höheren LICHT verwechselten. Diese Seelen blickten meistens horizontal, nicht vertikal. Daher bitten wir im Gebet: „Liebe Seele, deine Reise ist hier zu Ende gegangen. Schaue nach oben und folge den Engeln.“ Der mystische Weg weist darauf hin, jeden Tag so zu leben, als sei er der letzte. Dies ist wahrlich kein Anlass für Traurigkeit, sondern die Wertschätzung jeder Gelegenheit.
    Es ist betrüblich, wenn viele Menschen das Leben nicht schätzen, sondern sogar den Tag verfluchen. Ich höre häufig den Satz: „Ich will nie wieder inkarnieren!“ Da fehlt leider jegliche Spiritualität. Im Laufe der Zeit habe ich dann gelernt, mit den Verstorbenen und den jenseitigen Welten umzugehen. Diese Wesen sind dankbar, wenn man sie ins Licht schickt. Ich habe außerdem gelernt, mich von den jeweiligen Welten und Wesen abzugrenzen.
    Meine Nahtod-Erfahrungen waren natürlich überaus hilfreich, die Angst vor dem Tod abzulegen – soweit dies inkarnierten Menschen möglich ist. Ich bin auch dankbar für das Privileg jedes weiteren Lebenstages; denn viele Menschen sterben schon in jungen Jahren. Das beinhaltet auch, sich der Frage zu stellen, wie man leben möchte. Das Bewusstsein für ein Leben in der Gegenwart. Mystik meint auch Achtsamkeit und im Leben präsent zu sein.
    Peter Michel: Ich hatte eine spontane Assoziation, als du von dem „jungen Mädchen“ gesprochen hast. Eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten, der ich je begegnet bin, war die einflussreiche Theosophin Dora Kunz. Eine kleine Frau, nur 1,55 Meter groß; aber von einer unglaublichen Geisteskraft. Dora war zwölf, als sie auf eigenen Wunsch von Java nach Australien zog, um dort die persönliche Assistentin von Charles W. Leadbeater zu werden, des wohl einflussreichsten esoterischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts. Dem ging es in der Zeit des 1. Weltkrieges gesundheitlich nicht gut; und Dora wurde die Aufgabe übertragen, alle Anfragen, die an Leadbeater gerichtet worden waren, ob dieser oder jene junge Mann noch am Leben sei, zu beantworten. Sie musste also zwischen kämpfenden, verletzten oder getöteten Soldaten auf fernen Schlachtfeldern unterscheiden. Informationen via Handy gab es damals natürlich nicht. Sie musste also als 12-, 13- oder 14-jährige diese unglaubliche spirituelle Arbeit leisten. Sie sagte mir später, das habe ihr ihre ganze Jugend genommen; und ergänzte dann: „Das war halt meine Aufgabe!“

    Jana Haas: Ja! Es ist, wie es ist!
    Peter Michel: Es klingt so einfach; aber es ist faszinierend zu beobachten, wie bestimmte Menschen schon früh ihre vorbestimmte geistige Aufgabe übernehmen müssen. Da geht es nicht mehr darum, Party zu machen. Wer eine solche Gabe bekommen hat, hat damit auch eine Verpflichtung übernommen. Viele Menschen, die über eine hellsichtige Gabe wie du verfügen, sind schon früh mit einer großen Aufgabe betraut worden. Dora wurde später zusätzlich eine der großartigsten Heilerinnen der USA und hat der Welt die Heilmethode „Therapeutic Touch“ geschenkt. Eine einzigartige Frau, vor der ich meinen Hut bis zum Boden ziehe. Sie war Anfang neunzig, als wir in New York ihre Lebensgeschichte aufgezeichnet haben. Ich war zu der Zeit um die vierzig, aber Dora hatte ein Tagesprogramm, da fiel ich um Mitternacht todmüde ins Bett, während sie noch Korrespondenz erledigte. Am nächsten Morgen um 7 Uhr war sie schon wieder voll aktiv. Und das jeden Tag. Unglaublich!

    Wenn du das ganze Gespräch lesen möchtest, kannst du das gerne im ENGELmagazin September/ Oktober 2021.

    Lesen Sie außerdem im nächsten ENGELmagazin den zweiten Teil des Gesprächs zwischen Jana Haas und Peter Michel: Die Liebe und die Engel.


    Am 25. August 2021 erscheint im Aquamarin Verlag das neue Buch von Jana Haas und Peter Michel: „Seelenbewusstsein in der Neuen Zeit“.
    ISBN: 978-3-89427-897-7
    Erhältlich auch unter: www.mondhaus-shop.de

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