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    Johanna Kramer: Schreiben als Gebet?

    Wenn Johanna Kramer über Gott nachdenkt, breitet sich ein Gefühl des Friedens und der Geborgenheit in ihr aus. Er ist für sie „der liebe Gott“. Er ist die wohlwollende Energie und eine höhere Macht, die bedingungslos zu ihr steht, umgibt, hält und trägt. Diese Beziehung hat wahrscheindlich viel mit ihrer Großmutter zu tun.

    Denn das Beten habe ich schon früh von ihr gelernt. Es ist eine dieser Erinnerungen aus Kindertagen, die ich tief im Herzen bei mir trage. Abends, vor dem Zubettgehen, saß meine liebe Oma Edith immer auf meiner Bettkante, um gemeinsam mit mir zu beten. Auch heute noch gehören die Gespräche mit Gott zu meinen täglichen Ritualen. Über die Jahre habe ich meine Gebetspraxis erweitert und an meine Bedürfnisse angepasst. Ich bete dabei für mich selbst und für andere Menschen. Und ich danke Gott und seinen Engeln jeden Tag für all das Gute in meinem Leben.

    Wie oft betest du?Suchst auch du in diesen Tagen mehr Nähe zu Gott und den Engeln? Wie oft gehst du in direkten Kontakt mit ihnen und beginnst ein ehrliches und tiefgründiges Gespräch?
    Vielleicht möchtest du öfters beten oder hast dir schon lange vorgenommen, dir eine regelmäßige Gebetspraxis anzueignen, doch manchmal gelingt es dir einfach nicht. Beim Beten verlierst du immer wieder den Fokus. Deine Gedanken driften ab und beginnen um andere Dinge zu kreisen. Vielleicht betest du ein bestimmtes Gebet, das du schon seit Jahren auswendig kennst, doch die Sätze reißen mittendrin ab. Vielleicht hast du auch das Gefühl, dass dieses Gebet gar nicht wiedergibt, was dir eigentlich auf dem Herzen liegt.
    Viele von uns sind womöglich im Zweifel, was das Beten überhaupt anbelangt. Vielleicht fragst du dich, wie du beten sollst, ob du richtig betest oder, ob Gott dir überhaupt zuhört. Vielleicht besteht dein Gebet in der Hektik des Alltags auch oft nur aus einem Satz: Lieber Gott, bitte hilf mir, den Tag zu überstehen. Die Rechnung bezahlen zu können. Einen neuen Job zu finden. Etc. …
    Ich glaube, in vielen von uns existiert der Wunsch nach mehr. Die Sehnsucht nach mehr Kontakt zu unserer Lebensquelle, nach einem innigeren Kontakt zu Gott. Und ich glaube, dieser kann nur entstehen, wenn wir dazu bereit sind, Gott besser kennenzulernen und ihm aufmerksam zuzuhören. Sicherlich warten Gott und die Engel nur darauf, dass wir mit ihnen sprechen. Und zwar nicht nur dann, wenn es uns schlecht geht, wir verzweifelt oder in Not sind, sondern jeden Tag. Wir dürfen sie einladen, an unserem Leben und unseren Gedanken teilzuhaben. An den banalen Gedanken, den langweiligen, den aufregenden, den sonderbaren, den gütigen, den schönen, den dankbaren … an allen Gedanken und Gefühlen, die uns ausmachen und die zeigen, wer wir wirklich sind. So kann das Gebet zu einem transformierenden Gespräch werden und uns Klarheit und inneren Frieden schenken.

    Schreiben ist meine Art zu beten. Schreibend kann ich ein Licht entzünden, das meine Seele erhellt. Jedes Wort, das ich zu Papier bringe, ist dabei wie ein kleines Gebet. Ein Schritt hin zu einem besseren Leben, hin zu mir selbst, hin zu Gott. Das Schreiben als Gebet vermag es, unseren Horizont zu erweitern. Wenn ich schreibend bete, kann ich selbst aus den zerbrochenen Teilen meines Lebens, aus scheinbar verheerenden Trümmern, aus schlimmen Ereignissen etwas Gutes formen. Mit Gott an meiner Seite kann ich so einen fruchtbaren Boden schaffen, aus dem neue Perspektiven wachsen. Schreibend kann ich transformieren, was unlösbar erscheint. Schreibend kann ich aber auch das Gute in meinem Leben feiern und mich in tiefer Dankbarkeit üben. Schreiben ist meine Art zu beten. Beten bedeutet für mich, Gott in mein Leben einzuladen und mit ihm über alles Mögliche zu sprechen. Ihm Fragen zu stellen und in Stille seinen Antworten zu lauschen, im Alltag nach großen und kleinen Wundern Ausschau zu halten, die Gott in unserem Leben wirkt.
    Auf dem Papier zu beten ist deshalb so wirksam, weil es uns dabei hilft, den Fokus zu behalten und mit wachem Geist zu beten. Gerade wenn wir eine große Unruhe oder Angst verspüren, kann es uns schwerfallen, konzentriert bei der Sache zu bleiben. Anders als beim innerlichen Beten, das nur in unseren Gedanken stattfindet, können wir beim Schreiben besser reflektieren, über was wir beten. Durch das Aufschreiben erinnern wir uns außerdem besser daran, worüber wir gebetet haben, und besitzen mit unserem Gebetstagebuch eine Aufzeichnung unserer Gespräche mit Gott.

    Im Alltag vergessen oder übersehen wir oft, dass unsere Gebete tatsächlich erhört wurden, und konzentrieren uns stattdessen auf das, was (noch) nicht beantwortet wurde. Wenn wir in unserem Gebetsjournal blättern und nachlesen, stellen wir manchmal verblüfft fest, dass Gott in bestimmten Bereichen gewirkt hat. So vergessen wir auch nicht, ihm dafür zu danken. Zu sehen, dass Gebete beantwortet wurden, kann uns Stärke und Kraft verleihen. In schwierigen Zeiten können wir zurückschauen und uns daran erinnern, dass wir niemals allein sind. Dass unsere Gebete erhört werden und Gott in diesen Zeiten für uns da war. So wissen wir: Gott hat in der Vergangenheit zugehört und meine Gebete beantwortet, er ist auch jetzt für mich da. Auf diese Weise können wir auch unser spirituelles Wachstum nachverfolgen und erkennen, wie sehr wir gewachsen sind, wie sehr unsere Liebe und unser Vertrauen in Gott und die Engel gewachsen ist. Probiere es aus. Ich bin sicher, du wirst Wunder erfahren. Denn das Schreiben gibt unseren Gedanken nicht nur einen Ort, an den sie gehen können, das Schreiben öffnet uns die Tür zu Gott.

    Hier sind 5 Tipps, um loszulegen:
    1. Einen Dialog führen: Ein Gebet ist ein Dialog. Richte deine Tagebucheinträge direkt an Gott oder seine Engel. Schreibe auf, was du Gott gerne sagen möchtest, und halte zwischendurch inne – vielleicht erhältst du neue Erkenntnisse und Einsichten.
    2. Dankbarkeit & Wunder: Lege eine Dankbarkeitsliste an und schreibe Gott täglich, wofür du in deinem Leben dankbar bist. Ergänze die Liste durch Wunder, die du durch Gottes Wirken im Alltag erfährst.
    3. Briefe an Gott und die Engel: Gestalte deinen Tagebucheintrag als einen Brief an Gott. Schreibe ungezwungen über das, was dir auf der Seele brennt.
    4. Gebete notieren: Sammle Gebete, die dir gefallen und notieren sie in dein Gebetsjournal, anstatt sie nur innerlich zu rezitieren, oder notiere Gebete für deine Liebsten.
    5. Bewusstseinsstrom: Wenn dein Kopf voller Gedanken und Ablenkung ist und du dich noch nicht bereit fühlst, um direkt mit Gott zu sprechen, führe zunächst eine Schreibübung durch, die dir hilft, mehr Ruhe und Klarheit zu bekommen. Eine großartige Anleitung dafür findest du in meinem neuen Buch „Meine Morgenseiten“, das am 3. November 2021 bei EMF erscheint (Erhältlich auch unter: www.mondhaus-shop.de). Aus diesen Gedanken kannst du persönliche Themen ableiten, für die du Gott gerne um Führung und Hilfe bitten möchtest.

    Johanna Kramer ist ausgebildete Europakorrespondentin und machte ihren Bachelor in International Business Communication. Seit 2016 verfolgt sie ihren Traum, Schriftstellerin zu werden. Sie absolviert eine Ausbildung in Poesie- und Bibliotherapie, um sich vermehrt mit der Heilkraft des Schreibens auseinanderzusetzen. Mehr Informationen zu Johanna Kramer – u. a. zu ihrem wunderschön gestalteten Mondjournal, ihren Mondbriefen und ihrem Roman „Wir können alles sein“ – finden Sie unter: www.johannakramer.de

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